Das Hotel Schlemm wartete 1968 unter Leitung der Familie Kamski auch mit einem französischen Restaurant in einem Anbau auf.
Hotel Schlemm
Vis-a-vis dem Bodes Hotel stand an der Kurhausstraße Hotel Schlemm mit seinen Nebengebäuden. Vorher war das Haus bekannt als Villa Rautmann, schon erwähnt 1894 in einem alten Stadtplan von Harzburg. Dicht daneben an der Radau gab es ein 1876 als Eikens Haus bezeichnetes Gebäude, das wahrscheinlich in späteren Jahren zur Villa Rautmann gehörte.
Das Haus Schlemm in den 1920er Jahren
Um 1900 gibt es auf dem Grundstück drei Häuser, die Villa Rautmann als Hauptgebäude, eine Villa Ida und die Dependance von Villa Ida. Besitzer der Anlage war Carl Rautmann, zur damaligen Zeit waren in den drei Gebäudeteilen 50 Zimmer mit 86 Betten untergebracht.
Das Hotel Schlemm in den 1960er Jahren von innen und außen.
Carl Rautmann war auch Besitzer der Radauburg an der Herzog-Wilhelm-Straße, in dem Gebäude hatte er auch ein Geschäft mit Glas und Porzellanwaren. Die Radauburg wurde 1899 fertiggestellt und seit 1913 gab es ca. 70 Jahre Kinobetrieb in dem Gebäude. Auch in den alten Kolonaden Unter den Eichen hatte Carl Rautmann ein kleineres Geschäft ähnlicher Art.
Mitte der 1920er Jahre wird aus der Villa Rautmann das Hotel Schlemm, aufgegliedert in Hotel und Villa Schlemm. Besitzer war Richard Schlemm, das Hotel hatte jetzt noch 33 Zimmer mit 50 Betten, aus dem schon erwähnten dritten Gebäudeteil war ein Wohnhaus geworden.
Die Familie Schlemm leitet das Haus bis Mitte der 1950er Jahre, dann gab es mit E. G. Scheele den Nachfolger. In dem Wohnhaus auf dem Grundstück wohnten 1959 aber auch noch der Rentner Richard Schlemm sowie das Frl. Katinka Schlemm.
Anfang der sechziger Jahre gibt es für kurze Zeit den nächsten Wechsel, jetzige Hotelpächterin war Frau Ursula Helmel, die Besitzerin der Anlage war Gertrud Scheele. Im Jahr 1965 geht das Hotel in andere Hände über, Pächter wurde jetzt Romain Kamski.
Familie Kamski blieb lange Jahre mit dem Haus verbunden, zusätzlich zum Hotel gab es noch ein französisches Restaurant in einem Seitenflügel des Gebäudes. Mitte der achtziger Jahre wurde der Hotel- und Restaurationsbetrieb eingestellt, danach stehen die Gebäude einige Zeit leer.
Im Jahr 1989 gibt es in dem ehemaligen Hotelgebäude einen Brand im Dachgeschoss, hervorgerufen durch Brandstiftung. Im Dezember 1889 geht der Gesamtkomplex an die Firmen Hochbau Wolf und HSB GmbH, diese bauen das denkmalgeschützte Haus um und modernisieren es von Grund auf. Desweiteren gibt es heute auf dem ehemaligen Rautmannschen Grundstück noch zwei Wohnanlagen in Radaunähe.
Dieser Beitrag stammt aus den 1990er Jahren
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Das Hotel Germania am heutigen Derliner Platz in den späten 1950er Jahren mit Kiosk und Restaurant Hexenklause.
Hotel Germania
An der ehemaligen oberen Herzog-Wilhelm-Straße, dem heutigen Berliner Platz, gibt es das Hotel Germania. In früheren Jahren hatte das Gebäude an der rechten Radauseite die alte Assekuranz Nr. 17. Erwähnt wurde diese Nummer unter anderem schon in alten Chroniken und Verzeichnissen von 1759, 1873 und 1875.
Dies jedoch für ein Gebäude an der Herzog-Julius-Straße. Hier hatte der Bäckermeister Herrmann Casties sein Geschäft und vermietete 1876 schon als Nebenerwerb drei Kammern mit sechs Betten. Der Preis für eine Kammer mit zwei Betten betrug 75 Mark pro Monat.
Es handelte sich dabei um das Haus, in dem auch zuletzt die Bäckerei Ebeling von 1935 bis 1996 ihren Sitz hatte. Im Jahr 1886 fand man die gleiche Feuerversicherungsnummer 17 an dem Haus an der Radau. Spätere Besitzerin wurde 1890 Witwe Johanne Casties geb. Warnecke, wie es in alten Beschreibungen hieß.
Erworben wurde das Grundstück von der damaligen Harzburger Aktiengesellschaft, zu der unter anderem das nahegelegene Kurhaus und der Harzburger Hof gehörten. Bedingung an eine Baugenehmigung war, dass man auf dem Grundstück kein Hotelgebäude errichten durfte.
Sicherlich war das spätere Anwesen der Familie Casties als Altersruhesitz gedacht und bekam deshalb die gleiche Ass-Nr. wie das Geschäft in der Herzog-Julius-Straße. In einem Sommerwohnungsverzeichnis von 1904 stand weiterhin Frau Johanne Casties in den Beschreibungen. Vermietet wurden im Parterre und Obergeschoss 12 Zimmer mit 20 Betten
Inzwischen gab es eine neue Adresse, das Gebäude stand jetzt an der Herzog-Wilhelm-Straße 49. Es war das letzte Haus, bevor der Straßenverlauf in die Nordhäuser Straße überging. Im Jahr 1907 wurde Villa Germania im damaligen Adressbuch als Hotel Garni bezeichnet. Eigentümerin ist immer noch Frau Johanne Casties. Mitbewohner im Haus war der Oberpostassistent Hermann Kleine.
Um 1918 hieß die Pensionsbetreiberin der Villa Germania Frl. Berta Vorkauf. Mitte der zwanziger Jahre gab es mit dem Bauunternehmer Wilhelm Sumburg einen neuen Eigentümer des Gebäudes.
Das Fremdenheim Haus Germania um das Jahr 1955
Ein Mitbewohner in dem Haus war unter anderem der Elektromeister Karl Petermann. Die Zimmervermietung lag in Händen der Familie von Wilucki. Anfang der 1930er Jahre gab es mit dem Reichsbahnobersekretär i. R. Heinrich Laue aus Hannover den nächsten Eigentümer des Hauses. Die Pensionsleitung hatte zunächst Frl. Lena Schrader und Mitte der dreißiger Jahre Frau E. Jergolla.
In dieser Zeit wurde ein Kiosk gegenüber der Villa errichtet. Verkauft wurden dort die Andenken und Spielwaren der Fa. Bertram, die in der Stadtmitte ihr Hauptgeschäft hatte. Erbaut wurde der aus Holz gefertigte Kiosk im Baustil der alten „Kolonaden Unter den Eichen“, die in der damaligen Zeit festen Bauten weichen mussten. In späteren Jahren wurde aus dem Gebäude das Café Germania und danach das Restaurant Hexenklause
Nach dem Krieg stand Ella Laue als Eigentümerin der Villa Germania im Einwohnerverzeichnis. Den Pensionsbetrieb leitete Hildegard Kauke. In den 1950er Jahren erfolgte auch der Zusammenschluss des Fremdenheims Germania mit dem ehemaligen Kiosk der Firma Bertram, jetziger Name war Café Germania an der Herzog- Wilhelm Straße 49a.
Die Leitung beider Betriebe hatte Hildegard Kauke inne. Pächter des Cafés war Erwin Mischke. An dem Gebäude befand sich auch seit 1951 der Durchgang in die Kuranlagen, ein Zigarrengeschäft und öffentliche Toiletten der Kurbetriebsgesellschaft.
Mitte der fünfziger Jahre war Hildegard Walter geb. Kauke Eigentümerin vom Haus Germania und der jetzigen Hexenklause. 1959 stand wieder Ella Laue als Eigentümerin in den Unterkunftslisten und Frau H. Kauke leitete die Pension und die Hexenklause. In dieser Zeit wurde aus dem Fremdenheim Germania das Kurheim Germania. Angeboten wurden 20 Betten. Preis pro Bett zwischen 4,- und 8,- DM, ein Frühstück gab es ab 2,- DM. Vollpension kostete je nach Beschaffenheit der Mahlzeiten 12,- bis 16,- DM. Leitender Arzt war Dr. med. H. Würschmidt. Kneippanwendungen gab es durch Fachpersonal im Haus.
Mitte der sechziger Jahre wurde wieder Frau Kauke Eigentümerin vom Kurheim Germania und der Hexenklause. Pächter war dort seit Anfang 1961 Werner Christmann und den Tabakladen nebenan leitete Martha Kluske. In dieser Zeit gab es wieder eine Änderung, aus der Herzog-Wilhelm-Straße wurde der Berliner Platz.
Ende der sechziger Jahre erwarb der Bad Harzburger Kaufmann Heinz Adam beide Geschäfte. Vorher hatte er einen Gemüseladen an der Burgstraße. Einige Häuser wurden dort aber im Rahmen des Straßenbaues der neuen Bundesstraße 4 abgerissen.
Am 1. September 1970, gab es einen erneuten Wechsel der Eigentumsverhältnisse. Nachfolger von Herrn Adam wurde Familie Wagner. Im Lauf der Jahre baute Familie Wagner die Fremdenpension und Kurheim nach und nach zum Hotel aus. So wurden 1975 36 Betten angeboten und 1980 waren es 49 Betten, die zur Verfügung standen.
In der Hexenklause war zwischenzeitlich ein Wechsel eingetreten. Neue Eigentümer nach Familie Christmann, war seit dem 1. April 1978 Familie Döpelheuer. Mitte der achtziger Jahre wurde der Anbau an der Hexenklause abgerissen. Dies geschah im Rahmen der Innenstadtsanierung und des Ausbaues der Herzog-Wilhelm-Straße zur kompletten Fußgängerzone.
Abgerissen wurde ebenfalls ein Kiosk und Infostand unterhalb der Hexenklause. In früheren Jahren hatte auch die Südharzeisenbahn und das Harzburger Busunternehmen Dreisvogt hier einen Stützpunkt. In dieser Zeit wurde die Hexenklause nach und nach ausgebaut und vergrößert.
Die 1892 gepflanzte „Kaisereiche“ im Jahr 2002 auf dem Berliner Platz.
Das Einzige, was damals wie heute noch am Berliner Platz an alte Zeiten erinnerte, war die 1892 gepflanzte Eiche. Gewidmet zu Ehren des 100 Geburtstages von Kaiser Wilhelm I., deshalb auch Kaisereiche genannt.
Ferner gibt es noch den Hinweisstein mit dem Berliner Bären, der auf die Entfernung zwischen Bad Harzburg und Berlin mit 262 Kilometern hinweist. Er steht heute auf einer Verkehrsinsel an der Papenbergstraße, am Abzweig nach „Berlin“ und Braunlage. Nach weiteren Erweiterungsbauten wurden 1990 im Hotel Germania 55 Betten angeboten.
1994 übernahm Vince Luthmann von Familie Döpelheuer die Hexenklause und nach dem Ende des Ausbaues am Hotel Germania gibt es in der heutigen Zeit 65 Betten für erholungssuchende Urlauber.
Der Beitrag erschien in den 1990er Jahren
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Das Hotel Rheinischer Hof an der Herzog-Wilhelm-Straße zwischen Karl-Franke- und Berliner Platz.
Hotel Rheinischer Hof
An der oberen Herzog-Wilhelm-Straße in Bad Harzburg, zwischen Haus Vordereck und dem Wiener Hof, gab es das nächste Bad Harzburger Hotel im alten Stil. Es handelte sich um den ehemaligen Rheinischen Hof, so der letzte Name des Hauses bis zu seinem Ende.
Gegründet wurde das Hotel alten Überlieferungen zufolge 1887 von H. Bockmann als Bockmanns Hotel. Diesen Namen behält es bis um 1908, danach heißt das Haus kurzzeitig Central-Hotel, Besitzer Carl Müller.
Im Jahr 1909 übernimmt eine Harzer Hotel Gesellschaft, zu der u. a. die Gebrüder Vieth vom Hotel Victoria gehören, das Hotel. Eine Anzeige und alte Fotos von 1910 zeigen das Haus dann mit neuem Namen als Hotel Monopol, unter der Leitung von F. Bode. 1914 steht das Haus als Vieths Hotel Monopol unter der Geschäftsführung von Gustav Kahl in den Verzeichnissen.
Einige Jahre später, 1919, hat das Hotel den Namen Hansa Hof und ist immer noch im Besitz der Harzer Hotel Gesellschaft unter der Leitung von Carlos Asmus. Danach gibt es um 1920 mit G. Reinke die nächste Leitung des Hotels. Mitte der zwanziger Jahre übernimmt Bruno Heske für viele Jahre das Hotel, inzwischen in Rheinischer Hof umbenannt. 1938 steht dann Annemarie Heske in den Unterkunftslisten. Ab 1941 wird auch der Rheinische Hof als Lazarett benötigt.
Im Frühjahr 1945 verhandeln die Siegermächte in dem Hotel in Bad Harzburg über den Grenzverlauf zwischen Ost und West im Harz und Harzvorland. Die Sowjetischen Verhandlungsführer forderten etwa den Verlauf der Radau sowie der B 4 als Grenze der zukünftigen Sektoren. Nach schwierigen Verhandlungen und dem Beharren der westlichen Siegermächte, einigte man sich auf den Grenzverlauf an der Ecker zwischen Stapelburg und Eckertal.
Nach dem Krieg bis zum Ende der Hotel-Ära steht Frau A. Heske in den Verzeichnissen, aber immer wechselweise als Besitzerin bzw. Geschäftsführerin der Harzer Hotel GmbH. Einige Jahre nach dem Krieg kommt zusätzlich zum Hotel- und Restaurations-Betrieb noch eine Milchbar hinzu.
Kurzfristig kommt auch eine Spielbank in den Rheinischen Hof, diese wird aber bald wieder geschlossen. In diesen Jahren bot auch die Tanzschule der Firma Seidewitz aus Göttingen im Rheinischen Hof Tanzkurse nur für Ehepaare an, zusätzlich gibt es an diesen Tagen nachmittags Kurse für Jugendliche und Kinder.
Auch für Unterhaltung ist gesorgt, am Anfang der 1960er Jahre gibt es an Wochenenden Tanz unter anderem mit der Band „The Four Gun-Men“. In dem Zeitraum von März 1965 bis November 1968, bringt die ehemalige Bad Harzburger Bekleidungsfirma Schmidt und Tischmeier zumeist türkische Gastarbeiter in dem Hotel unter.
Das Ende des Hotels kommt im Januar 1970, danach steht das Gebäude einige Jahre leer, im Februar 1979 geht das Haus an die Delta Bau GmbH über und wird im Lauf dieses Jahres abgerissen. Die Firma errichtet bis zum Jahr 1984, verbunden mit einigen Bauverzögerungen, an gleicher Stelle ein Wohngebäude, untergebracht sind auch mehrere Ladengeschäfte im Erdgeschoss.
Der Beitrag stammt aus den 1990er Jahren
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Das Parkhotel Radau 1959, am rechten Bildrand das Café Peters
Parkhotel Radau
Ein weiteres Hotel, das es im Stadtbild Bad Harzburgs nicht mehr gibt, ist das Hotel Radau mit seinen einstigen Dependancen Villa Livonia und Villa Radau. Das Hotel Radau stand gegenüber dem heutigen Café Peters an der Herzog-Wilhelm-Straße. Die Villa Radau befand sich an der Dommesstraße und Villa Livonia stand oberhalb des Hauptgebäudes in Richtung Burgberg.
Im Lauf der Jahre wechselten auch die Namen des Hotels. So hieß es in früheren Jahren Grand Hotel Radau und Hotel Radau, später dann Parkhotel an der Radau. Bevor jedoch auf dem Grundstück ein Hotel entstand, befand sich auf dem Gelände ein zur Saline Juliushall gehörendes Gradierwerk. Der Besitzer des damaligen Juliushall, F. Pfeiffer, verkauft das Grundstück an den Kaufmann August Strohmeyer. Dieser baut dann das Hotel, erwähnt im Jahr 1875, als Hotel Radau.
Das Hotel Radau und die dazugehörigen Villen im Jahr 1925
In dieser Zeit wird auch schon das Wohn- und Pensionshaus des Partikuliers Wolff genannt, versehen mit der seinerzeitigen Assekuranznummer 235. Ein Partikulier war im damaligen Sprachgebrauch ein Privatmann, bzw. Rentner oder Pensionär. Aus diesem Gebäude entstand in späteren Jahren die Villa Livonia, der Partikulier Wolff selber hatte drei Zimmer mit 16 Betten zur Verfügung.
Im Jahr 1892 übernahm Heinrich Assmann das Hotel, dieser leitete das Haus bis 1911. In der Zeit von Heinrich Assmann wird auch die spätere Villa Radau erwähnt. Zur damaligen Zeit war noch ein Sanatorium in dem Gebäude an der Dommesstraße untergebracht. In einem Stadtplan von 1894 wurde es als Sanatorium des Dr. Berliner bezeichnet. Im Jahr 1896 hieß es dann Sanatorium Dr. Plathner.
1911 übernimmt Carl Ebbinghaus das Hotel für rund 20 Jahre. In dieser Zeit wurden Villa Livonia und Villa Radau einige Jahre mit in den Hotel- und Pensionsbetrieb einbezogen. Um 1930 erscheint Friedrich Fründt als Besitzer in den Chroniken und Verzeichnissen. Im Jahr 1938 gab es dann Hans Friedrich Fründt in den Unterkunftsverzeichnissen.
Eine frühe Ansichtskarte des Hotel Radau.
1938 gibt es laut Einwohnerverzeichnis auch noch ein Fräulein Marie Assmann im Hotel Radau, sicherlich eine Verwandte von Heinrich Assmann, der das Hotel 1892 übernahm. Im Krieg werden auch Hotel Radau und Villa Radau als Lazarett genutzt. Aus der Villa Livonia war inzwischen ein Privathaus geworden.
Die ersten Bewohner der Villa Radau, die nach dem Krieg in das Haus eingewiesen wurden, berichteten, dass die meisten Räumlichkeiten noch mit Verbandsmaterialien versehen waren. Nachfolger der Familie Fründt wurde nach dem Krieg für lange Jahre Kurt Freudrich als Hotelpächter.
Als Besitzer des Hotels steht eine Harzer Hotel GmbH in den Verzeichnissen. Eine Gesellschaft die es um 1910 mit ähnlichen Namen schon einmal gab. Ende der fünfziger Jahre wurde Kurt Freudrich einige Jahre Besitzer vom Parkhotel an der Radau und der ehemaligen Villa Radau.
Diese wird in diesen Jahren zum Teil als Pension genutzt und heißt inzwischen Haus Margarethe, die Leitung hatten die Geschwister Henze. In der Zeit von Kurt Freudrich gab es auch die bekannte Jägerstube Suhle im Untergeschoss des Gebäudes. Pächter dieses Lokals war u. a. Rolf Mai. Ebenfalls gab es noch Billardsäle und einige Zeit die Weinstube Domizil von Gerhard Thrun in dem Hoteltrakt.
Im Jahr 1967 übernahm mit Otto Kumpe der nächste Besitzer beide Gebäude. Auch Fräulein Marie Assmann steht immer noch im Einwohnerverzeichnis der Stadt. 1967/68 wird auf dem parkähnlichen Gelände zwischen den beiden Gebäuden eine Wohnanlage errichtet. Die Leitung des Hotels hatten im Jahr1968 Frauke Berkefeld und Ernst Laube.
Optisch ganz sicher keine Verbesserung war der Nachfolgebau des Hotel Radau – trotz der Discothek Limerick.
Das Ende kommt für Hotel Radau nach rund 100 Jahren im Sommer 1970, danach wird das Gebäude abgerissen. Ungefähr ein Jahr später wurde ein großer Wohnkomplex an gleicher Stelle fertiggestellt, der Besitzer hieß Hans Joachim Anklam. Übriggeblieben sind aber die beiden ehemaligen Villen, in der heutigen Zeit als Wohnhäuser genutzt.
Der Beitrag stammt aus den 1990er Jahren
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Das Hotel Lindenhof an der Herzog-Julius-Straße im Jahr 1955
Hotel Lindenhof
Der Lindenhof um 1850
In der Nähe von Bahnhof und Kriegerdenkmal stand der Lindenhof, einstmals der älteste Gasthof in Bad Harzburg.
Hervorgegangen ist das Gasthaus und spätere Hotel aus dem 1683 oder 1689 erstmals erwähnten Neuen Krug von Heinrich Ahrens aus Schulenrode. In späteren Jahren wurde der Gasthof dann Schützenkrug genannt. Ein anderer älterer Name soll davor auch Tranenkrug gewesen sein. Der Nachfolger von Krüger Heinrich Ahrens wurde 1688 Henning Christian Schütte.
Gleich nebenan, wo heute das 1896 eingeweihte Kriegerdenkmal seinen Platz hat, lag zur damaligen Zeit der Schützenplatz von Schulenrode, Neustadt und Harzburg. 1759 wird das Gebäude in einer alten Chronik als ein „Brettern Schießhaus“, so bei den alljährigen Schießübungen gebraucht wird, bezeichnet.
Einer der ersten Gastwirte in der neueren Zeit heißt Ludwig Strohmeyer, dieser übergibt das Haus 1828 an seinen Sohn Carl. 1840 wird der Gasthof an den Knochenhauermeister Ludwig Behrens aus Braunschweig verpachtet, dieser nennt das Haus Gasthof Behrens und danach Braunschweiger Gasthof und Braunschweiger Hof. Nachfolgende Pächter heißen H. Meyer aus Magdeburg und H. Grünhage, aus Braunschweig stammend.
Der Name Lindenhof steht ab 1861 in alten Schriften und Verzeichnissen, geführt wird das Haus jetzt wieder von einem Mitglied der Familie Strohmeyer. Der Name Lindenhof kommt wahrscheinlich daher, weil sich auf der Gartenseite des Gebäudes eine angeblich 1573 gepflanzte Linde befand.
Nach einem Sturm musste die namensgebende gewaltige Linde 1954 gefällt werden.
Der Überlieferung nach soll die Linde im Jahre 1573 von Herzog-Julius selber gepflanzt worden sein. Die alte geschichtsträchtige Linde, deren Alter einmal mit 400 Jahren, einmal mit 500 Jahren angegeben wurde, fiel 1954 einem Sturm zum Opfer.
Es wurde ein so großer Baum, dass um 1900 in seiner Mitte ein Podest gebaut wurde, auf dem die damalige Kurkapelle mit bis zu 20 Musikern, im Sommer Konzerte gab. Die Größe des Baumes zeigt sich auch auf Fotos und Bildern, darauf sieht man, wie der Baum das Gebäude überragt.
Eine alte Ansicht von 1898 zeigt F. Asche als nächsten Besitzer bzw. Pächter, den Namen Asche gibt es in der damaligen Zeit desöfteren in Zusammenhang mit Hotels und Gasthöfen.
So gibt es Hermann und Robert Asche in Asches Hotel, sowie einen Baron von Asche im Zusammenhang mit Juliushall und dem Gasthof auf dem Burgberg.
Um 1900 wird das umfangreiche Grundstück, das von der Herzog-Julius-Straße bis an die Herzog-Wilhelm-Straße heranreichte, zweigeteilt. Das Hotel geht an einen Herrn Meyer, angrenzend in die Mitte der Gebäude kommt ein Materialwarengeschäft und den Abschluss bildet eine Bierstube des Chr. Bruns.
Aus der Bierstube und dem Materialwarenladen, wird in späteren Jahren Hotel und Gasthaus Stadt Hannover. Auch dieses gibt es schon lange Zeit nicht mehr. In Nachfolge waren dort u. a. das Schuhhaus Litten und bis heute ein Spielsalon untergebracht.
Blick über den Bahnhofsvorplatz auf den Lindenhof und die Staatsbank (rechts) in den frühen 1950er Jahren
In der Zwischenzeit gibt es nur noch vier Hotels rund um den Bahnhof, denn in diesen Jahren wird mit dem Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes begonnen und das alte Hotel wurde abgerissen.
Im Jahr 1904 steht der Name Meyer immer noch für einige Zeit in den Unterkunftsverzeichnissen. Um 1910 gibt es dann den Namen Overbeck in Zusammenhang mit dem Hotel, so wird 1912 eine Frau Overbeck als Besitzerin genannt. 1919 steht L. Overbeck in den Analen, im Jahr 1932 Willi Overbeck.
Nach dem Krieg steht dann Käte Overbeck in den Unterkunftslisten, dies gilt bis zur Einstellung des Hotel- und Gaststättenbetriebes ca. 1965.
Der Wienerwald in den 1980er Jahren
Danach erwirbt der Bündheimer Brotfabrikant Rudolf Dehne das Gebäude und nutzte es als Unterkunft für seine Gastarbeiter. Als nächster Eigentümer des Komplexes wurde einige Zeit ein Ire mit Namen McCormacks genannt.
Anschließend befindet sich ein Lokal der bekannten Wienerwaldkette/Firma Jahn mit seinen Hähnchenspezialitäten in den Räumlichkeiten. In den Jahren 1985/86 erfolgt ein Teilabriss und ein Umbau für eine Supermarktkette (Penny Markt) und den neuen Wienerwald.
Dieses Speiselokal gibt es heute in Bad Harzburg nicht mehr, an seiner Stelle befanden sich danach ein italienisches Restaurant, ein chinesisches Restaurant, Arztpraxen und die Büroräume der Barmer Ersatzkasse in dem Gebäude
Auf dieser Seite des großen Areales/Parkplatzseite, befanden sich u. a. der schon genannte Penny Markt/Fa. Pfennigpfeifer/Tedi Markt und heute Lenis Friseursalon. In der heutigen Zeit gehört der Gesamtkomplex zum Portfolio der Bad Harzburger Firma Curant Bauregie Junicke.
Am Silberborn in Bündheim stand lange Jahre ein weiteres Hotel und Ausflugslokal. Der Name war Berghotel Silberborn, benannt nach einer Quelle mit dem alten Namen Singrünsbrink bzw. Immergrünsbrink. Im Lauf der Jahre wurde dann daraus der Silberborn, der gleichnamige Bach speist später in mehreren Adern die Gläsecke in Richtung Schlewecke.
Gegründet wurde das Waldgasthaus und spätere Hotel um 1860. Einer der ersten Gastwirte hieß 1876 Heinrich Effe. Dessen Familie hatte an der Elfenecke, am Silberborn und Breitenberg umfangreiche Ländereien wie alte Flurkarten zeigen.
Um ein Haar wäre das Hotel in erlauchter Gesellschaft gewesen, denn Herzog Wilhelm aus Braunschweig hatte vor, in den Gestütswiesen unterhalb des Elfensteins ein Jagdschloß zu bauen. Doch durch Querelen mit den Bündheimern ließ er um 1850 von seinem Vorhaben ab.
Das Silberborn um 1870, links das Haus, das Herzog Wilhelm seiner Mätresse Baronin von Rosenzweig hatte bauen lassen.
Er soll das Amt Harzburg nie wieder offiziell besucht haben. Einige Zeit nach seinem Tod im Jahr 1884 wurde aber eine Straße nach ihm benannt, die heutige Herzog-Wilhelm-Straße. Was er aber im Amte hinterließ, war ein stattliches Wohnhaus für seine Mätresse Baronin von Rosenzweig. Dieses Gebäude wurde um 1870 direkt neben dem späteren Hotel Silberborn errichtet und die Baronin von Rosenzweig soll bis 1921 dort gewohnt haben.
Im Jahr 1883 gab es einen Wechsel in der Führung des Waldgasthofes, als Besitzer wurde jetzt Dr. phil. Neumann aus Bündheim aufgeführt. Die Lage des Hauses wurde als unter dem Elfenstein gelegen bezeichnet.
Einige Jahre später übernahm 1890 Ernst May und 1903 Friedrich May die Führung des Hotels. In all diesen Jahren erfolgte ein steter Aus- und Anbau des Gebäudes, es hatte in seiner Blütezeit eine Kapazität von etwa 40 Betten. Beigetragen zum Erfolg des Geschäfts hatte die herrliche Waldrandlage, die schöne Aussicht auf das jetzt 750-jährige Bündheim und die Nähe zu anderen Wanderwegen.
1908 gibt es mit dem Gastwirt und Hotelier Wilhelm Fulst den nächsten Besitzer. Auch hier tauchen in späteren Zeiten wieder Namen auf, die es in Zusammenhang mit anderen Hotels und Gaststätten gab. So z. B. der Name Effe im Deutschen Haus in Bündheim. Den Namen May lange Jahre auf der Sennhütte und Familie Fulst gab es im Zusammenhang mit dem späteren Markthotel und den Hotels Stadt Hamburg und Prinz Heinrich, ebenfalls in Bündheim gelegen.
Um 1915 wird F. Theo Müller neuer Besitzer des Hotels. Die Lagebezeichnung hieß jetzt „auf dem Weg nach dem Okertal“ in den damaligen Verzeichnissen. Nach der Zeit von Theo Müller werden Müllers Erben als Eigentümer aufgeführt. Pächter des Hotels war 1933 Bruno Grimm, zusammen mit seinem Bruder Friedrich Grimm.
Im Jahr 1936 gibt es mit Otto Tiedtke den nächsten Pächter des Betriebs. Im Krieg wurde das Hotel teilweise für ausgebombte Angestellte der Firma Krupp genutzt. Nach dieser Zeit wurden dann jeweils kurzzeitig Heimatvertriebene und ein AWO-Kinderheim dort untergebracht. Besitzer des Anwesens wurde inzwischen Siegfried Müller mit seiner Ehefrau Minna.
Blick ins Restaurant des Berghotels Silberborn 1965
Die Zeit von Familie Müller geht bis etwa 1960, verpachtet wird das Hotel kurzzeitig an Familie Eichmeyer. Anfang der 1960er Jahre geht der Betrieb einige Jahre an das Gastwirtsehepaar Elly und Gerhard Wolf.
Auch rund um den Silberborn hat sich einiges geändert. Die einstmals freie Aussicht auf die Landschaft ist durch hohen Baumbewuchs stark eingeschränkt. Dafür findet jetzt jeder Gast an heißen Sommertagen ein schattiges Plätzchen am Waldesrand.
Mitte der siebziger Jahre übernimmt Familie Meyer-Wünsch das Geschäft und die Speise-Restauration. Gästebetten werden noch insgesamt 28 angeboten.
Am 3. Februar 1981 kommt bei einem Großbrand das Aus für das über 100-jährige Gebäude und die Reste werden abgerissen. Auch heute sind noch Teile des Areals verwaist, werden aber wohl irgendwann bebaut werden.
Das Bahnhofshotel „Braunschweiger Hof“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Bahnhofshotel Braunschweiger Hof
Das erste Gebäude des Bad Harzburger Bahnhofs, der zum größten Teil auf Bündheimer Gebiet liegt, wurde 1843 eingeweiht, das aktuelle Gebäude dagegen erst 1907. Um den Bahnhof gab es einst fünf Hotels.
Zunächst das Bahnhofshotel, gebaut nach Fertigstellung der ersten Deutschen Staatseisenbahn von Braunschweig nach Harzburg und selbst größer als der eigentliche Bahnhof. Auf alten Ansichten sieht man aber zuerst den „Gasthof zum Bahnenhofe“, dann wird das Gebäude vergrößert und heißt nun „Hotel de Brunswick“.
Der Bad Harzburger Bahnhof mit dem Hotel de Brunswick um 1855.
In späteren Jahren firmiert das Hotel unter „Braunschweiger Hof“, die Pächter heißen 1876 Grünhage und danach Meyer. Zur damaligen Zeit hatte das Hotel 24 Zimmer und 60 Betten, der Zimmerpreis betrug mit Licht und Bedienung 1,50 M – 2,50 M.
Nachfolgende Besitzer bzw. Pächter heißen Assmann, H, Ebermann und zum Schluß G. Dey. Bevor man mit dem Bau des neuen Bahnhofsgebäudes anfing, wurde das Hotel abgerissen.
Reste des Gebäudes wurden zum Bau eines größeren Mehrfamilienhauses an der Westeröder Straße in Bündheim verwendet, welches dort heute noch steht.
Das Central-Hotel an der Herzog-Wilhelm-Straße in den 1920er Jahren
Das Central-Hotel
Werbung 1932
Auf der Herzog-Wilhelm-Straße, die früher einmal Hauptallee bzw. Neue Chaussee hieß, gibt es heute an der Ecke Holzhof ein Gebäude das, angefangen mit City-Markt und HL-Markt, stets Supermärkte und Drogerieketten beherbergte. An dieser Stelle stand einmal aber das Central-Hotel, erbaut 1904 als Hotel Moritzburg von Moritz Arndt.
Dieser war Altwarenhändler wie in alten Geschäftsanzeigen zu sehen ist und hatte am Kupferbach Nr. 1 schon ein kleineres Hotel mit gleichen Namen. Aus diesem Haus wurde dann in späteren Jahren das Hotel und Gasthaus Albertsburg.
In Zusammenhang mit dem neuen Hotel von Moritz Arndt gibt es die Anekdote von Friedrich Erhardt, dass Neider folgenden Spruch an die Hauswand malten: Hier wohnt Moritz Arndt, vor seiner großen Schnauze wird gewarnt.
Markttreiben gab es an diesem Ort auch schon in früheren Zeiten, bevor 1904 die Morizburg gebaut wurde, fand hier der Harzburger Wochenmarkt statt.
1910 war Besitzerwechsel und das Haus hieß einige Jahre Königs Hotel, wiederum nach dem Besitzer benannt. 1919 heißt es noch immer Königs Hotel, in den zwanziger Jahren kommt mit F. Hoppen der nächste Besitzer. Dieser gibt dem Haus auch einen anderen Namen, fortan nennt es sich Central-Hotel. In dieser Zeit wird auch der Saal umgebaut und vergrößert, 1929 steht F. Hoppen noch als Besitzer in den Unterkunftsverzeichnissen.
Das Restaurant Bräustübl im Central-Hotel in den 1950er Jahren
Im Jahr 1932 gibt es mit Bruno Bartel einige Jahre den nächsten Hotelier im Central Hotel. Bruno Bartel stammte wahrscheinlich aus Berlin, eine Anzeige der damaligen Zeit weist ihn als Mitglied der Gastwirtsinnung in Berlin aus.
1938 wurde Hanni Dörfer mit Sohn nächste Besitzerin des Hauses. Im Krieg wurde auch hier alles beschlagnahmt und das Hotel als Lazarettabteilung benutzt.
Das Ende 1976…
Gleich nach Kriegsende war das Central-Hotel einer der ersten Beherbergungsbetriebe, der in der englischen Besatzungszone wieder für Gäste offenstand.
Im Jahr 1948 verstarb Hanni Dörfer und ihr Sohn Adolf Bitzhenner übernahm vollends die Leitung des Hotels. In dieser Zeit und im Zeichen der Normalisierung nach den Kriegsjahren, fanden im Central-Hotel viele Vereine Möglichkeiten zur Zusammenkunft. So z. B. einige Gesangvereine, die AWO, der Schachclub, der HAC und der Skiclub, um nur einige zu nennen. Einige Zeit ist in den 1950er Jahren auch eine Geschäftsstelle des Harzburger Rennvereins im Central-Hotel untergebracht.
Im Zeichen des Wirtschaftswunders werden auch wieder Werbe-Verkaufsveranstaltungen durchgeführt. Busse mit dänischen und holländischen Gästen kamen wieder in den Harz und waren im Central Hotel herzlich willkommen.
1976 kommt auch für dieses Hotel das Aus, zusammen mit dem direkt angrenzenden Nebengebäude wurde es abgerissen. An gleicher Stelle stehen seither Supermärkte.
Mehr Fotos rund um das Central-Hotel auf Harz-History
„Eggelings Hotel“ gab es früher an der Bergstraße, der heutigen Sternstraße. Gegründet 1856 von der Ehefrau des Bündheimer Gastwirtes Heinrich Meyer.
Der nächste Besitzer ist 1862 Heinrich Grünhage, ebenfalls aus Bündheim stammend. Im Jahr 1882 übernimmt die Witwe des Neustädter Kaufmanns Heinrich Bokelmann das Hotel. Danach heiratet die Witwe Bokelmann den Tonkünstler Eduard Eggeling, das Haus heißt nun Eggelings Hotel.
Zugehörig zum Hauptgebäude an der Bergstraße war auch ein Haus an der nahegelegenen Herzog-Julius-Straße. Dies nannte sich Hotel-Pensionat zu den Eichen, die Leitung hatte 1885 Else Eggeling.
Den Namen Eggeling gibt es später in Zusammenhang mit dem Burgberghotel, so gab es dort oben den Kaufmann Henricus Eggeling und den Hotelier Ludwig Eggeling.
1890 übernimmt der Hotelier Hermann Bokelmann das Geschäft, dieser steht bis etwa 1920 in den Harzburger Unterkunftsverzeichnissen. Anschließend wird noch kurzzeitig W. Funke als Besitzer aufgeführt.
Das einstige „Eggelings Hotel“ um das Jahr 1925 als Rathaus der Stadt Bad Harzburg.
1922 wird der Hotelbetrieb eingestellt und in dem Gebäude wird das Harzburger Rathaus untergebracht. Davor hatte die Verwaltung an der Schmiedestraße in der ehemaligen Villa Hansa ihren Sitz, dieses Gebäude gibt es heute noch. Es befindet sich am Eingang zum Badepark und beherbergt ein Senioren- und Pflegeheim.
Verwaltungssitz bleibt das ehemalige „Eggelings Hotel“ bis zum 20. Juli 1970, danach muss es mit einigen anderen Häusern dem Bau der Schnellstraße weichen. Betroffen sind u. a. Gebäude an der Herzog-Julius-Straße, der Kirchstraße (heute Lutherstraße), Burgstraße und der Wiesenstraße (Heute Amtswiese).
Mit dem Abriss ds einstigen Hotels und Rathauses wurde 1970 Platz für die B4-Ortsdurchfahrt geschaffen.
Danach wird ein neues Rathaus in zentraler Lage zwischen Herzog-Wilhelm- und Herzog-Julius-Straße in der Forstwiese errichtet, die Einweihung fand am 7. August 1970 statt.
Der Beitrag stammt aus den Jahren um 2000
Weitere Fotos zu „Eggelings Hotel“ unter Harz-History
Das Burgberg-Hotel im Jahr 1973, kurz vor dem Abriss des Gebäudeensembles.
165 Jahre Gastronomie auf dem Burgberg
Auf dem Großen Burgberg, diesem geschichtsträchtigen Bad Harzburger Berg mit seiner ehemaligen Burganlage von 1065 bis um 1650, gab es viele Jahre einen Gasthof beziehungsweise ein Hotel.
Als erster erbaute der Gastwirt Friedrich-Wilhelm Reusche mit Sondergenehmigung des Herzogs Wilhelm von Braunschweig im Jahr 1846 den Gasthof „Zum Crodo“. Reusche stammte aus Gebhardshagen und war Kellner von Beruf. Auf dem Burgberg war er aber schon seit 1840 in einem kioskähnlichen Verkaufsstand mit einem provisorischen Dach aus Baumborken tätig. Reusche betrieb für den Bündheimer Apotheker Sandorfy die Bewirtschaftung auf dem Burgberg.
Zeitgenössische Darstellung des Gasthofs „Zum Crodo“ um das Jahr 1850
In der Anfangszeit des Gasthofs „Zum Crodo“, wurden zwölf Betten vermietet. Im Lauf der Zeit wurde das Gebäude vergrößert und zum Hotel ausgebaut. 1857 konnten schon 50 Betten belegt werden. Die eigene Wasserversorgung wurde aus einer Quelle am Sachsenberg gespeist.
Desöfteren waren auch königliche Gäste bei Familie Reusche zu Gast. Unter anderem 1860 König Georg V. aus Hannover mit Königin Marie und dem Kronprinzen. Begleitet wurden sie von rund 40 Hofgästen. Unter ihnen auch die Gesandten aus England und Russland.
Ein Gedeck berechnete Reusche für drei Taler pro Person und schickte die Rechnung dann zum königlichen Hofmarschall. Einige Zeit später kam die Rechnung aber zurück. Reusche dachte, er hätte zu viel berechnet. Aber der Hofmarschall bat um eine neue höhere Rechnung, nun für fünf Taler pro Gedeck.
Der Nachfolger von Reusche wurde 1878 Ernst Behnecke. Familie Reusche blieb aber bis 1889 auf dem Burgberg wohnen und zog dann in eine Villa an der Papenbergstraße. Unterhalb vom Hotel Ludwigslust gelegen, genannt Haus Reusche.
Werbung für das „Hotel zum BUrgberg“ um 1900
Aus diesen Zeiten stammte auch eine Kuriosität. So stand in Nähe der 1877 errichteten 19 Meter hohen Canossa- bzw. Bismarcksäule ein Fahnenmast. Diese Fahne hatte eine besondere Funktion: Um den Reisenden auf Zimmersuche unnötige Wege auf den Berg zu ersparen, hatte die Fahne zwei Stellungen. Fahne oben hieß: Zimmer belegt, wehte die Fahne auf Halbmast bedeutete dies: Zimmer frei. Bei Dunkelheit sollen Lampen oder Scheinwerfer die Funktion der Fahne übernommen haben.
Mit der Pferdedroschke, per Pedes oder auf Pony und Esel ging es auf den Burgberg bis…
Bei Ernst Behnecke war die Burgberggasstätte wohl zeitweise separat in Pacht. Um 1900 war es Otto Pfaue, später A. Wittig. Nachfolger von Ernst Behnecke, der wie Friedrich-Wilhelm Reusche über 40 Jahre auf dem Burgberg verbrachte, wurde im Dezember 1922 Ludwig Eggeling.
Er war vermutlich ein Angehöriger der Eggelings aus dem gleichnamigen Hotel, das später bis 1971 als Harzburger Rathaus diente. Auch in diesen Zeiten war der Weg zum Burgberghotel und den anderen Sehenswürdigkeiten noch beschwerlicher als heute.
Dies änderte sich 1929, als die Burgberg-Seilbahn eingeweiht wurde und die Gäste mit Deutschlands nördlichster Kabinenseilbahn in wenigen Minuten nach oben schwebten. Zu Zeiten von Reusche und Behnecke gelangte man mit Pferdedroschken oder auf dem Rücken von Ponys und Eseln auf den 482 Meter hohen Burgberg. Ein Denkmal am Berliner Platz, die Kurgastdame mit Esel von Ursula Bacmeister, erinnert an diese Zeiten.
… der Bau der Burgberg-Seilbahn die Situation grundlegend änderte.
Nachfolger von Ludwig Eggeling als Burgberghotelier wurde 1949 sein Sohn Henry Eggeling. In dieser Zeit gab es schon Pläne für einen Hotelneubau im Stil einer alten Burg, verwirklicht wurden sie nicht.
Ende der 1950er Jahre übernimmt Ottomar Behne das Geschäft, nach dessen Tod seine Frau Ursula, die vorher auch noch den ehemaligen Burgkeller bewirtschaftete. Dies bleibt so bis zur Schließung des Burgberghotels am 1. November 1971.
Auch in diesem Zeitraum, gab es wieder Pläne für ein neues Hotelgebäude. Investor war damals die Berliner Geschäftsfrau und Architektin Kressmann-Zschach (Steglitzer Kreisel). Vorgesehen war ein Hotelneubau aus Beton, Glas und Stahl für über „200 Betten“. Attraktion sollte ein rotierendes Café in einer der oberen Etagen sein.
Begleitet wurden diese Pläne von der Idee, einen Aufzug von der sogenannten Parkhaus-Kaverne im inneren des Burgbergs, direkt zum Hotel führend, zu bauen. Doch auch diese Planungen wurden nicht verwirklicht. Sie scheiterten am Widerstand der Harzburger Bürger, des Harzburger Stadtrates und sicherlich auch an den finanziellen Anforderungen dieses gewagten Projektes.
ZU allen Zeiten ein geschätztes und begehrtes Plätzchen: Der Kaffeegarten des Burgberg-Hotels um 1929.
Die alten Hotelgebäude wurden schließlich am 2. April 1973 abgerissen. Als Ersatz gab es bis 2009 noch ein Selbstbedienungsrestaurant. Aber Hotelzimmer gab es seitdem nicht mehr. Dafür gibt es neue Pläne. Das Selbstbedienungsrestaurant soll weichen. Ein Harzburger Geschäftsmann stellte der Stadtverwaltung, dem Förderverein Burgberg und anderen zuständigen Gremien sowie der Öffentlichkeit ein neues Konzept für die Burgbergbebauung vor. Diesmal sieht es so aus, dass wohl die Planungen nach vielen Ratssitzungen und öffentlichen Diskussionen verwirklicht werden. Sicherlich gibt es dann irgendwann auch wieder Zimmer auf Harzburgs Hausberg zu mieten. Wie anfangs schon zu Reusches Zeiten.
Dieser Beitrag entstand vor 2010
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