
Hotel Schlemm
Vis-a-vis dem Bodes Hotel stand an der Kurhausstraße Hotel Schlemm mit seinen Nebengebäuden. Vorher war das Haus bekannt als Villa Rautmann, schon erwähnt 1894 in einem alten Stadtplan von Harzburg. Dicht daneben an der Radau gab es ein 1876 als Eikens Haus bezeichnetes Gebäude, das wahrscheinlich in späteren Jahren zur Villa Rautmann gehörte.

Um 1900 gibt es auf dem Grundstück drei Häuser, die Villa Rautmann als Hauptgebäude, eine Villa Ida und die Dependance von Villa Ida. Besitzer der Anlage war Carl Rautmann, zur damaligen Zeit waren in den drei Gebäudeteilen 50 Zimmer mit 86 Betten untergebracht.

Carl Rautmann war auch Besitzer der Radauburg an der Herzog-Wilhelm-Straße, in dem Gebäude hatte er auch ein Geschäft mit Glas und Porzellanwaren. Die Radauburg wurde 1899 fertiggestellt und seit 1913 gab es ca. 70 Jahre Kinobetrieb in dem Gebäude. Auch in den alten Kolonaden Unter den Eichen hatte Carl Rautmann ein kleineres Geschäft ähnlicher Art.
Mitte der 1920er Jahre wird aus der Villa Rautmann das Hotel Schlemm, aufgegliedert in Hotel und Villa Schlemm. Besitzer war Richard Schlemm, das Hotel hatte jetzt noch 33 Zimmer mit 50 Betten, aus dem schon erwähnten dritten Gebäudeteil war ein Wohnhaus geworden.
Die Familie Schlemm leitet das Haus bis Mitte der 1950er Jahre, dann gab es mit E. G. Scheele den Nachfolger. In dem Wohnhaus auf dem Grundstück wohnten 1959 aber auch noch der Rentner Richard Schlemm sowie das Frl. Katinka Schlemm.
Anfang der sechziger Jahre gibt es für kurze Zeit den nächsten Wechsel, jetzige Hotelpächterin war Frau Ursula Helmel, die Besitzerin der Anlage war Gertrud Scheele. Im Jahr 1965 geht das Hotel in andere Hände über, Pächter wurde jetzt Romain Kamski.
Familie Kamski blieb lange Jahre mit dem Haus verbunden, zusätzlich zum Hotel gab es noch ein französisches Restaurant in einem Seitenflügel des Gebäudes. Mitte der achtziger Jahre wurde der Hotel- und Restaurationsbetrieb eingestellt, danach stehen die Gebäude einige Zeit leer.
Im Jahr 1989 gibt es in dem ehemaligen Hotelgebäude einen Brand im Dachgeschoss, hervorgerufen durch Brandstiftung. Im Dezember 1889 geht der Gesamtkomplex an die Firmen Hochbau Wolf und HSB GmbH, diese bauen das denkmalgeschützte Haus um und modernisieren es von Grund auf. Desweiteren gibt es heute auf dem ehemaligen Rautmannschen Grundstück noch zwei Wohnanlagen in Radaunähe.
Dieser Beitrag stammt aus den 1990er Jahren
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