Hotel Germania  

Das Hotel Germania am heutigen Derliner Platz in den späten 1950er Jahren mit Kiosk und Restaurant Hexenklause.

Hotel Germania  

An der ehemaligen oberen Herzog-Wilhelm-Straße, dem heutigen Berliner Platz, gibt es das Hotel Germania. In früheren Jahren hatte das Gebäude an der rechten Radauseite die alte Assekuranz Nr. 17. Erwähnt wurde diese Nummer unter anderem schon in alten Chroniken und Verzeichnissen von 1759, 1873 und 1875.

Dies jedoch für ein Gebäude an der Herzog-Julius-Straße. Hier hatte der Bäckermeister Herrmann Casties sein Geschäft und vermietete 1876 schon als Nebenerwerb drei Kammern mit sechs Betten. Der Preis für eine Kammer mit zwei Betten betrug 75 Mark pro Monat.

Es handelte sich dabei um das Haus, in dem auch zuletzt die Bäckerei Ebeling von 1935 bis 1996 ihren Sitz hatte. Im Jahr 1886 fand man die gleiche Feuerversicherungsnummer 17 an dem Haus an der Radau. Spätere Besitzerin wurde 1890 Witwe Johanne Casties geb. Warnecke, wie es in alten Beschreibungen hieß.

Erworben wurde das Grundstück von der damaligen Harzburger Aktiengesellschaft, zu der unter anderem das nahegelegene Kurhaus und der Harzburger Hof gehörten. Bedingung an eine Baugenehmigung war, dass man auf dem Grundstück kein Hotelgebäude errichten durfte.

Sicherlich war das spätere Anwesen der Familie Casties als Altersruhesitz gedacht und bekam deshalb die gleiche Ass-Nr. wie das Geschäft in der Herzog-Julius-Straße. In einem Sommerwohnungsverzeichnis von 1904 stand weiterhin Frau Johanne Casties in den Beschreibungen. Vermietet wurden im Parterre und Obergeschoss 12 Zimmer mit 20 Betten

Inzwischen gab es eine neue Adresse, das Gebäude stand jetzt an der Herzog-Wilhelm-Straße 49. Es war das letzte Haus, bevor der Straßenverlauf in die Nordhäuser Straße überging. Im Jahr 1907 wurde Villa Germania im damaligen Adressbuch als Hotel Garni bezeichnet. Eigentümerin ist immer noch Frau Johanne Casties. Mitbewohner im Haus war der Oberpostassistent Hermann Kleine.

Um 1918 hieß die Pensionsbetreiberin der Villa Germania Frl. Berta Vorkauf. Mitte der zwanziger Jahre gab es mit dem Bauunternehmer Wilhelm Sumburg einen neuen Eigentümer des Gebäudes.

Das Fremdenheim Haus Germania um das Jahr 1955

Ein Mitbewohner in dem Haus war unter anderem der Elektromeister Karl Petermann. Die Zimmervermietung lag in Händen der Familie von Wilucki. Anfang der 1930er Jahre gab es mit dem Reichsbahnobersekretär i. R. Heinrich Laue aus Hannover den nächsten Eigentümer des Hauses. Die Pensionsleitung hatte zunächst Frl. Lena Schrader und Mitte der dreißiger Jahre Frau E. Jergolla.

In dieser Zeit wurde ein Kiosk gegenüber der Villa errichtet. Verkauft wurden dort die Andenken und Spielwaren der Fa. Bertram, die in der Stadtmitte ihr Hauptgeschäft hatte. Erbaut wurde der aus Holz gefertigte Kiosk im Baustil der alten „Kolonaden Unter den Eichen“, die in der damaligen Zeit festen Bauten weichen mussten. In späteren Jahren wurde aus dem Gebäude das Café Germania und danach das Restaurant Hexenklause

Nach dem Krieg stand Ella Laue als Eigentümerin der Villa Germania im Einwohnerverzeichnis. Den Pensionsbetrieb leitete Hildegard Kauke. In den 1950er Jahren erfolgte auch der Zusammenschluss des Fremdenheims Germania mit dem ehemaligen Kiosk der Firma Bertram, jetziger Name war Café Germania an der Herzog- Wilhelm Straße 49a.

Die Leitung beider Betriebe hatte Hildegard Kauke inne. Pächter des Cafés war Erwin Mischke. An dem Gebäude befand sich auch seit 1951 der Durchgang in die Kuranlagen, ein Zigarrengeschäft und öffentliche Toiletten der Kurbetriebsgesellschaft.

Mitte der fünfziger Jahre war Hildegard Walter geb. Kauke Eigentümerin vom Haus Germania und der jetzigen Hexenklause. 1959 stand wieder Ella Laue als Eigentümerin in den Unterkunftslisten und Frau H. Kauke leitete die Pension und die Hexenklause. In dieser Zeit wurde aus dem Fremdenheim Germania das Kurheim Germania. Angeboten wurden 20 Betten. Preis pro Bett zwischen 4,- und 8,- DM, ein Frühstück gab es ab 2,- DM. Vollpension kostete je nach Beschaffenheit der Mahlzeiten 12,- bis 16,- DM. Leitender Arzt war Dr. med. H. Würschmidt. Kneippanwendungen gab es durch Fachpersonal im Haus.

Mitte der sechziger Jahre wurde wieder Frau Kauke Eigentümerin vom Kurheim Germania und der Hexenklause. Pächter war dort seit Anfang 1961 Werner Christmann und den Tabakladen nebenan leitete Martha Kluske. In dieser Zeit gab es wieder eine Änderung, aus der Herzog-Wilhelm-Straße wurde der Berliner Platz.

Ende der sechziger Jahre erwarb der Bad Harzburger Kaufmann Heinz Adam beide Geschäfte. Vorher hatte er einen Gemüseladen an der Burgstraße. Einige Häuser wurden dort aber im Rahmen des Straßenbaues der neuen Bundesstraße 4 abgerissen.

Am 1. September 1970, gab es einen erneuten Wechsel der Eigentumsverhältnisse. Nachfolger von Herrn Adam wurde Familie Wagner. Im Lauf der Jahre baute Familie Wagner die Fremdenpension und Kurheim nach und nach zum Hotel aus. So wurden 1975 36 Betten angeboten und 1980 waren es 49 Betten, die zur Verfügung standen.

In der Hexenklause war zwischenzeitlich ein Wechsel eingetreten. Neue Eigentümer nach Familie Christmann, war seit dem 1. April 1978 Familie Döpelheuer. Mitte der achtziger Jahre wurde der Anbau an der Hexenklause abgerissen. Dies geschah im Rahmen der Innenstadtsanierung und des Ausbaues der Herzog-Wilhelm-Straße zur kompletten Fußgängerzone.

Abgerissen wurde ebenfalls ein Kiosk und Infostand unterhalb der Hexenklause. In früheren Jahren hatte auch die Südharzeisenbahn und das Harzburger Busunternehmen Dreisvogt hier einen Stützpunkt. In dieser Zeit wurde die Hexenklause nach und nach ausgebaut und vergrößert.

Die 1892 gepflanzte „Kaisereiche“ im Jahr 2002 auf dem Berliner Platz.

Das Einzige, was damals wie heute noch am Berliner Platz an alte Zeiten erinnerte, war die 1892 gepflanzte Eiche. Gewidmet zu Ehren des 100 Geburtstages von Kaiser Wilhelm I., deshalb auch Kaisereiche genannt.

Ferner gibt es noch den Hinweisstein mit dem Berliner Bären, der auf die Entfernung zwischen Bad Harzburg und Berlin mit 262 Kilometern hinweist. Er steht heute auf einer Verkehrsinsel an der Papenbergstraße, am Abzweig nach „Berlin“ und Braunlage. Nach weiteren Erweiterungsbauten wurden 1990 im Hotel Germania  55 Betten angeboten.

1994 übernahm Vince Luthmann von Familie Döpelheuer die Hexenklause und nach dem Ende des Ausbaues am Hotel Germania gibt es in der heutigen Zeit 65 Betten für erholungssuchende Urlauber.


Der Beitrag erschien in den 1990er Jahren

Mehr Fotos rund um Hotel Germania und Hexenklause unter Harz-History

Die Website des Kurparkhotel „Germania“ in Bad Harzburg 2025

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert