Rheinischer Hof

Das Hotel Rheinischer Hof an der Herzog-Wilhelm-Straße zwischen Karl-Franke- und Berliner Platz.

Hotel Rheinischer Hof

An der oberen Herzog-Wilhelm-Straße in Bad Harzburg, zwischen Haus Vordereck und dem Wiener Hof, gab es das nächste Bad Harzburger Hotel im alten Stil. Es handelte sich um den ehemaligen Rheinischen Hof, so der letzte Name des Hauses bis zu seinem Ende.

Gegründet wurde das Hotel alten Überlieferungen zufolge 1887 von H. Bockmann als Bockmanns Hotel. Diesen Namen behält es bis um 1908, danach heißt das Haus kurzzeitig Central-Hotel, Besitzer Carl Müller.

Im Jahr 1909 übernimmt eine Harzer Hotel Gesellschaft, zu der u. a. die Gebrüder Vieth vom Hotel Victoria gehören, das Hotel. Eine Anzeige und alte Fotos von 1910 zeigen das Haus dann mit neuem Namen als Hotel Monopol, unter der Leitung von F. Bode. 1914 steht das Haus als Vieths Hotel Monopol unter der Geschäftsführung von Gustav Kahl in den Verzeichnissen.

Einige Jahre später, 1919, hat das Hotel den Namen Hansa Hof und ist immer noch im Besitz der Harzer Hotel Gesellschaft unter der Leitung von Carlos Asmus. Danach gibt es um 1920 mit G. Reinke die nächste Leitung des Hotels. Mitte der zwanziger Jahre übernimmt Bruno Heske für viele Jahre das Hotel, inzwischen in Rheinischer Hof umbenannt. 1938 steht dann Annemarie Heske in den Unterkunftslisten. Ab 1941 wird auch der Rheinische Hof als Lazarett benötigt.

Im Frühjahr 1945 verhandeln die Siegermächte in dem Hotel in Bad Harzburg über den Grenzverlauf zwischen Ost und West im Harz und Harzvorland. Die Sowjetischen Verhandlungsführer forderten etwa den Verlauf der Radau sowie der B 4 als Grenze der zukünftigen Sektoren. Nach schwierigen Verhandlungen und dem Beharren der westlichen Siegermächte, einigte man sich auf den Grenzverlauf an der Ecker zwischen Stapelburg und Eckertal.

Nach dem Krieg bis zum Ende der Hotel-Ära steht Frau A. Heske in den Verzeichnissen, aber immer wechselweise als Besitzerin bzw. Geschäftsführerin der Harzer Hotel GmbH. Einige Jahre nach dem Krieg kommt zusätzlich zum Hotel- und  Restaurations-Betrieb noch eine Milchbar hinzu.

Kurzfristig kommt auch eine Spielbank in den Rheinischen Hof, diese wird aber bald wieder geschlossen. In diesen Jahren bot auch die Tanzschule der Firma Seidewitz aus Göttingen im Rheinischen Hof Tanzkurse nur für Ehepaare an, zusätzlich gibt es an diesen Tagen nachmittags Kurse für Jugendliche und Kinder.

Auch für Unterhaltung ist gesorgt, am Anfang der 1960er Jahre gibt es an Wochenenden Tanz unter anderem mit der Band „The Four Gun-Men“. In dem Zeitraum von März 1965 bis November 1968, bringt die ehemalige Bad Harzburger Bekleidungsfirma Schmidt und Tischmeier zumeist türkische Gastarbeiter in dem Hotel unter.

Das Ende des Hotels kommt im Januar 1970, danach steht das Gebäude einige Jahre leer, im Februar 1979 geht das Haus an die Delta Bau GmbH über und wird im Lauf dieses Jahres abgerissen. Die Firma errichtet bis zum Jahr 1984, verbunden mit einigen Bauverzögerungen, an gleicher Stelle ein Wohngebäude, untergebracht sind auch mehrere Ladengeschäfte im Erdgeschoss.


Der Beitrag stammt aus den 1990er Jahren

Mehr Fotos rund um das Hotel Rheinischer Hof auf Harz-History

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