
Das Central-Hotel

Auf der Herzog-Wilhelm-Straße, die früher einmal Hauptallee bzw. Neue Chaussee hieß, gibt es heute an der Ecke Holzhof ein Gebäude das, angefangen mit City-Markt und HL-Markt, stets Supermärkte und Drogerieketten beherbergte. An dieser Stelle stand einmal aber das Central-Hotel, erbaut 1904 als Hotel Moritzburg von Moritz Arndt.
Dieser war Altwarenhändler wie in alten Geschäftsanzeigen zu sehen ist und hatte am Kupferbach Nr. 1 schon ein kleineres Hotel mit gleichen Namen. Aus diesem Haus wurde dann in späteren Jahren das Hotel und Gasthaus Albertsburg.
In Zusammenhang mit dem neuen Hotel von Moritz Arndt gibt es die Anekdote von Friedrich Erhardt, dass Neider folgenden Spruch an die Hauswand malten: Hier wohnt Moritz Arndt, vor seiner großen Schnauze wird gewarnt.
Markttreiben gab es an diesem Ort auch schon in früheren Zeiten, bevor 1904 die Morizburg gebaut wurde, fand hier der Harzburger Wochenmarkt statt.
1910 war Besitzerwechsel und das Haus hieß einige Jahre Königs Hotel, wiederum nach dem Besitzer benannt. 1919 heißt es noch immer Königs Hotel, in den zwanziger Jahren kommt mit F. Hoppen der nächste Besitzer. Dieser gibt dem Haus auch einen anderen Namen, fortan nennt es sich Central-Hotel. In dieser Zeit wird auch der Saal umgebaut und vergrößert, 1929 steht F. Hoppen noch als Besitzer in den Unterkunftsverzeichnissen.

Im Jahr 1932 gibt es mit Bruno Bartel einige Jahre den nächsten Hotelier im Central Hotel. Bruno Bartel stammte wahrscheinlich aus Berlin, eine Anzeige der damaligen Zeit weist ihn als Mitglied der Gastwirtsinnung in Berlin aus.
1938 wurde Hanni Dörfer mit Sohn nächste Besitzerin des Hauses. Im Krieg wurde auch hier alles beschlagnahmt und das Hotel als Lazarettabteilung benutzt.

Gleich nach Kriegsende war das Central-Hotel einer der ersten Beherbergungsbetriebe, der in der englischen Besatzungszone wieder für Gäste offenstand.
Im Jahr 1948 verstarb Hanni Dörfer und ihr Sohn Adolf Bitzhenner übernahm vollends die Leitung des Hotels. In dieser Zeit und im Zeichen der Normalisierung nach den Kriegsjahren, fanden im Central-Hotel viele Vereine Möglichkeiten zur Zusammenkunft. So z. B. einige Gesangvereine, die AWO, der Schachclub, der HAC und der Skiclub, um nur einige zu nennen. Einige Zeit ist in den 1950er Jahren auch eine Geschäftsstelle des Harzburger Rennvereins im Central-Hotel untergebracht.
Im Zeichen des Wirtschaftswunders werden auch wieder Werbe-Verkaufsveranstaltungen durchgeführt. Busse mit dänischen und holländischen Gästen kamen wieder in den Harz und waren im Central Hotel herzlich willkommen.
1976 kommt auch für dieses Hotel das Aus, zusammen mit dem direkt angrenzenden Nebengebäude wurde es abgerissen. An gleicher Stelle stehen seither Supermärkte.
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