Hotel Radau

Hotel Radau
Das Parkhotel Radau 1959, am rechten Bildrand das Café Peters

Parkhotel Radau 

Ein weiteres Hotel, das es im Stadtbild Bad Harzburgs nicht mehr gibt, ist das Hotel Radau mit seinen einstigen Dependancen Villa Livonia und Villa Radau. Das Hotel Radau stand gegenüber dem heutigen Café Peters an der Herzog-Wilhelm-Straße. Die Villa Radau befand sich an der Dommesstraße und Villa Livonia stand oberhalb des Hauptgebäudes in Richtung Burgberg.

Im Lauf der Jahre wechselten auch die Namen des Hotels. So hieß es in früheren Jahren Grand Hotel Radau und Hotel Radau, später dann Parkhotel an der Radau. Bevor jedoch auf dem Grundstück ein Hotel entstand, befand sich auf dem Gelände ein zur Saline Juliushall gehörendes Gradierwerk. Der Besitzer des damaligen Juliushall, F. Pfeiffer, verkauft das Grundstück an den Kaufmann August Strohmeyer. Dieser baut dann das Hotel, erwähnt im Jahr 1875, als Hotel Radau.

Das Hotel Radau und die dazugehörigen Villen im Jahr 1925

In dieser Zeit wird auch schon das Wohn- und Pensionshaus des Partikuliers Wolff genannt, versehen mit der seinerzeitigen Assekuranznummer 235. Ein Partikulier war im damaligen Sprachgebrauch ein Privatmann, bzw. Rentner oder Pensionär. Aus diesem Gebäude entstand in späteren Jahren die Villa Livonia, der Partikulier Wolff selber hatte drei Zimmer mit 16 Betten zur Verfügung.

Im Jahr 1892 übernahm Heinrich Assmann das Hotel, dieser leitete das Haus bis 1911. In der Zeit von Heinrich Assmann wird auch die spätere Villa Radau erwähnt. Zur damaligen Zeit war noch ein Sanatorium in dem Gebäude an der Dommesstraße untergebracht. In einem Stadtplan von 1894 wurde es als Sanatorium des Dr. Berliner bezeichnet. Im Jahr 1896 hieß es dann Sanatorium Dr. Plathner.

1911 übernimmt Carl Ebbinghaus das Hotel für rund 20 Jahre. In dieser Zeit wurden Villa Livonia und Villa Radau einige Jahre mit in den Hotel- und Pensionsbetrieb einbezogen. Um 1930 erscheint Friedrich Fründt als Besitzer in den Chroniken und Verzeichnissen. Im Jahr 1938 gab es dann Hans Friedrich Fründt in den Unterkunftsverzeichnissen.

Eine frühe Ansichtskarte des Hotel Radau.

1938 gibt es laut Einwohnerverzeichnis auch noch ein Fräulein Marie Assmann im Hotel Radau, sicherlich eine Verwandte von Heinrich Assmann, der das Hotel 1892 übernahm. Im Krieg werden auch Hotel Radau und Villa Radau als Lazarett genutzt. Aus der Villa Livonia war inzwischen ein Privathaus geworden.

Die ersten Bewohner der Villa Radau, die nach dem Krieg in das Haus eingewiesen wurden, berichteten, dass die meisten Räumlichkeiten noch mit Verbandsmaterialien versehen waren. Nachfolger der Familie Fründt wurde nach dem Krieg für lange Jahre Kurt Freudrich als Hotelpächter.

Als Besitzer des Hotels steht eine Harzer Hotel GmbH in den Verzeichnissen. Eine Gesellschaft die es um 1910 mit ähnlichen Namen schon einmal gab. Ende der fünfziger Jahre wurde Kurt Freudrich einige Jahre Besitzer vom Parkhotel an der Radau und der ehemaligen Villa Radau.

Diese wird in diesen Jahren zum Teil als Pension genutzt und heißt inzwischen Haus Margarethe, die Leitung hatten die Geschwister Henze. In der Zeit von Kurt Freudrich gab es auch die bekannte Jägerstube Suhle im Untergeschoss des Gebäudes. Pächter dieses Lokals war u. a. Rolf Mai. Ebenfalls gab es noch Billardsäle und einige Zeit die Weinstube Domizil von Gerhard Thrun in dem Hoteltrakt.

Im Jahr 1967 übernahm mit Otto Kumpe der nächste Besitzer beide Gebäude. Auch Fräulein Marie Assmann steht immer noch im Einwohnerverzeichnis der Stadt. 1967/68 wird auf dem parkähnlichen Gelände zwischen den beiden Gebäuden eine Wohnanlage errichtet. Die Leitung des Hotels hatten im Jahr1968 Frauke Berkefeld und Ernst Laube.

Optisch ganz sicher keine Verbesserung war der Nachfolgebau des Hotel Radau – trotz der Discothek Limerick.

Das Ende kommt für Hotel Radau nach rund 100 Jahren im Sommer 1970, danach wird das Gebäude abgerissen. Ungefähr ein Jahr später wurde ein großer Wohnkomplex an gleicher Stelle fertiggestellt, der Besitzer hieß Hans Joachim Anklam. Übriggeblieben sind aber die beiden ehemaligen Villen, in der heutigen Zeit als Wohnhäuser genutzt.


Der Beitrag stammt aus den 1990er Jahren

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