Hotel Lindenhof

Hotel Lindenhof
Das Hotel Lindenhof an der Herzog-Julius-Straße im Jahr 1955

Hotel Lindenhof

Der Lindenhof um 1850

In der Nähe von Bahnhof und Kriegerdenkmal stand der Lindenhof, einstmals der älteste Gasthof in Bad Harzburg.

Hervorgegangen ist das Gasthaus und spätere Hotel aus dem 1683 oder 1689 erstmals erwähnten Neuen Krug von Heinrich Ahrens aus Schulenrode. In späteren Jahren wurde der Gasthof dann Schützenkrug genannt. Ein anderer älterer Name soll davor auch Tranenkrug gewesen sein. Der Nachfolger von Krüger Heinrich Ahrens wurde 1688 Henning Christian Schütte.

Gleich nebenan, wo heute das 1896 eingeweihte Kriegerdenkmal seinen Platz hat, lag zur damaligen Zeit der Schützenplatz von Schulenrode, Neustadt und Harzburg. 1759 wird das Gebäude in einer alten Chronik als ein „Brettern Schießhaus“, so bei den alljährigen Schießübungen gebraucht wird, bezeichnet.

Einer der ersten Gastwirte in der neueren Zeit heißt Ludwig Strohmeyer, dieser übergibt das Haus 1828 an seinen Sohn Carl. 1840 wird der Gasthof an den Knochenhauermeister Ludwig Behrens aus Braunschweig verpachtet, dieser nennt das Haus Gasthof Behrens und danach Braunschweiger Gasthof und Braunschweiger Hof. Nachfolgende Pächter heißen H. Meyer aus Magdeburg und H. Grünhage, aus Braunschweig stammend.

Der Name Lindenhof steht ab 1861 in alten Schriften und Verzeichnissen, geführt wird das Haus jetzt wieder von einem Mitglied der Familie Strohmeyer. Der Name Lindenhof kommt wahrscheinlich daher, weil sich auf der Gartenseite des Gebäudes eine angeblich 1573 gepflanzte Linde befand.

Nach einem Sturm musste die namensgebende gewaltige Linde 1954 gefällt werden.

Der Überlieferung nach soll die Linde im Jahre 1573 von Herzog-Julius selber gepflanzt worden sein. Die alte geschichtsträchtige Linde, deren Alter einmal mit 400 Jahren, einmal mit 500 Jahren angegeben wurde, fiel 1954 einem Sturm zum Opfer.

Es wurde ein so großer Baum, dass um 1900 in seiner Mitte ein Podest gebaut wurde, auf dem die damalige Kurkapelle mit bis zu 20 Musikern, im Sommer Konzerte gab. Die Größe des Baumes zeigt sich auch auf Fotos und Bildern, darauf sieht man, wie der Baum das Gebäude überragt.

Eine alte Ansicht von 1898 zeigt F. Asche als nächsten Besitzer bzw. Pächter, den Namen Asche gibt es in der damaligen Zeit desöfteren in Zusammenhang mit Hotels und Gasthöfen.

So gibt es Hermann und Robert Asche in Asches Hotel, sowie einen Baron von Asche im Zusammenhang mit Juliushall und dem Gasthof auf dem Burgberg.

Um 1900 wird das umfangreiche Grundstück, das von der Herzog-Julius-Straße bis an die Herzog-Wilhelm-Straße heranreichte, zweigeteilt. Das Hotel geht an einen Herrn Meyer, angrenzend in die Mitte der Gebäude kommt ein Materialwarengeschäft und den Abschluss bildet eine Bierstube des Chr. Bruns.

Aus der Bierstube und dem Materialwarenladen, wird in späteren Jahren Hotel und Gasthaus Stadt Hannover. Auch dieses gibt es schon lange Zeit nicht mehr. In Nachfolge waren dort u. a. das Schuhhaus Litten und bis heute ein Spielsalon untergebracht.

Blick über den Bahnhofsvorplatz auf den Lindenhof und die Staatsbank (rechts) in den frühen 1950er Jahren

In der Zwischenzeit gibt es nur noch vier Hotels rund um den Bahnhof, denn in diesen Jahren wird mit dem Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes begonnen und das alte Hotel wurde abgerissen.  

Im Jahr 1904 steht der Name Meyer immer noch für einige Zeit in den Unterkunftsverzeichnissen. Um 1910 gibt es dann den Namen Overbeck in Zusammenhang mit dem Hotel, so wird 1912 eine Frau Overbeck als Besitzerin genannt. 1919 steht L. Overbeck in den Analen, im Jahr 1932 Willi Overbeck.

Nach dem Krieg steht dann Käte Overbeck in den Unterkunftslisten, dies gilt bis zur Einstellung des Hotel- und Gaststättenbetriebes ca. 1965.

Der Wienerwald in den 1980er Jahren

Danach erwirbt der Bündheimer Brotfabrikant Rudolf Dehne das Gebäude und nutzte es als Unterkunft für seine Gastarbeiter. Als nächster Eigentümer des Komplexes wurde einige Zeit ein Ire mit Namen McCormacks genannt.

Anschließend befindet sich ein Lokal der bekannten Wienerwaldkette/Firma Jahn mit seinen Hähnchenspezialitäten in den Räumlichkeiten. In den Jahren 1985/86 erfolgt ein Teilabriss und ein Umbau für eine Supermarktkette (Penny Markt) und den neuen Wienerwald.

Dieses Speiselokal gibt es heute in Bad Harzburg nicht mehr, an seiner Stelle befanden sich danach ein italienisches Restaurant, ein chinesisches Restaurant, Arztpraxen und die Büroräume der Barmer Ersatzkasse in dem Gebäude

Auf dieser Seite des großen Areales/Parkplatzseite, befanden sich u. a. der schon genannte Penny Markt/Fa. Pfennigpfeifer/Tedi Markt und heute Lenis Friseursalon. In der heutigen Zeit gehört der Gesamtkomplex zum Portfolio der Bad Harzburger Firma Curant Bauregie Junicke.


Der Beitrag stammt aus dem Jahr 2010

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