Berghotel Silberborn

Berghotel Silberborn
Das Waldgasthaus Silberborn in Bündheim um 1898.

Berghotel Silberborn

Am Silberborn in Bündheim stand lange Jahre ein weiteres Hotel und Ausflugslokal. Der Name war Berghotel Silberborn, benannt nach einer Quelle mit dem alten Namen Singrünsbrink  bzw. Immergrünsbrink. Im Lauf der Jahre wurde dann daraus der Silberborn, der gleichnamige Bach speist später in mehreren Adern die Gläsecke in Richtung Schlewecke.

Gegründet wurde das Waldgasthaus und spätere Hotel um 1860. Einer der ersten Gastwirte hieß 1876 Heinrich Effe. Dessen Familie hatte an der Elfenecke, am Silberborn und Breitenberg umfangreiche Ländereien wie alte Flurkarten zeigen.

Um ein Haar wäre das Hotel in erlauchter Gesellschaft gewesen, denn Herzog Wilhelm aus Braunschweig hatte vor, in den Gestütswiesen unterhalb des Elfensteins ein Jagdschloß zu bauen. Doch durch Querelen mit den Bündheimern ließ er um 1850 von seinem Vorhaben ab.

Das Silberborn um 1870, links das Haus, das Herzog Wilhelm seiner Mätresse Baronin von Rosenzweig hatte bauen lassen.

Er soll das Amt Harzburg nie wieder offiziell besucht haben. Einige Zeit nach seinem Tod im Jahr 1884 wurde aber eine Straße nach ihm benannt, die heutige Herzog-Wilhelm-Straße. Was er aber im Amte hinterließ, war ein stattliches Wohnhaus für seine Mätresse Baronin von Rosenzweig. Dieses Gebäude wurde um 1870 direkt neben dem späteren Hotel Silberborn errichtet und die Baronin von Rosenzweig soll bis 1921 dort gewohnt haben.

Im Jahr 1883 gab es einen Wechsel in der Führung des Waldgasthofes, als Besitzer wurde jetzt Dr. phil. Neumann aus Bündheim aufgeführt. Die Lage des Hauses wurde als unter dem Elfenstein gelegen bezeichnet.

Einige Jahre später übernahm 1890 Ernst May und 1903 Friedrich May die Führung des Hotels. In all diesen Jahren erfolgte ein steter Aus- und Anbau des Gebäudes, es hatte in seiner Blütezeit eine Kapazität von etwa 40 Betten. Beigetragen zum Erfolg des Geschäfts hatte die herrliche Waldrandlage, die schöne Aussicht auf das jetzt 750-jährige Bündheim und die Nähe zu anderen Wanderwegen.

1908 gibt es mit dem Gastwirt und Hotelier Wilhelm Fulst den nächsten Besitzer. Auch hier tauchen in späteren Zeiten wieder Namen auf, die es in Zusammenhang mit anderen Hotels und Gaststätten gab. So z. B. der Name Effe im Deutschen Haus in Bündheim. Den Namen May lange Jahre auf der Sennhütte und Familie Fulst gab es im Zusammenhang mit dem späteren Markthotel und den Hotels Stadt Hamburg und Prinz Heinrich, ebenfalls in Bündheim gelegen.

Um 1915 wird F. Theo Müller neuer Besitzer des Hotels. Die Lagebezeichnung hieß jetzt „auf dem Weg nach dem Okertal“ in den damaligen Verzeichnissen. Nach der Zeit von Theo Müller werden Müllers Erben als Eigentümer aufgeführt. Pächter des Hotels war 1933 Bruno Grimm, zusammen mit seinem Bruder Friedrich Grimm.

Im Jahr 1936 gibt es mit Otto Tiedtke den nächsten Pächter des Betriebs. Im Krieg wurde das Hotel teilweise für ausgebombte Angestellte der Firma Krupp genutzt. Nach dieser Zeit wurden dann jeweils kurzzeitig Heimatvertriebene und ein AWO-Kinderheim dort untergebracht. Besitzer des Anwesens wurde inzwischen Siegfried Müller mit seiner Ehefrau Minna.

Blick ins Restaurant des Berghotels Silberborn 1965

Die Zeit von Familie Müller geht bis etwa 1960, verpachtet wird das Hotel kurzzeitig an Familie Eichmeyer. Anfang der 1960er Jahre geht der Betrieb einige Jahre an das Gastwirtsehepaar Elly und Gerhard Wolf.

Auch rund um den Silberborn hat sich einiges geändert. Die einstmals freie Aussicht auf die Landschaft ist durch hohen Baumbewuchs stark eingeschränkt. Dafür findet jetzt jeder Gast an heißen Sommertagen ein schattiges Plätzchen am Waldesrand.

Mitte der siebziger Jahre übernimmt Familie Meyer-Wünsch das Geschäft und die Speise-Restauration. Gästebetten werden noch insgesamt 28 angeboten.

Am 3. Februar 1981 kommt bei einem Großbrand das Aus für das über 100-jährige Gebäude und die Reste werden abgerissen. Auch heute sind noch Teile des Areals verwaist, werden aber wohl irgendwann bebaut werden.


Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2001

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