Wirtschaftshof „Auf der Eych“

Wirtschaftshof „Auf der Eych“
Blick vom Butterberg auf Wiesen und Gebäude des Wirtschaftshofes Auf der Eych 1959.

Der Wirtschaftshof „Auf der Eych“

Geheimrat Hermann Schmidt aus Braunschweig, war u. a Mitinhaber der Fa. Pfeiffer u. Schmidt, die mit Textilkurzwaren einen Großhandel in Braunschweig betrieben. Er erwarb 1911 ein Grundstück in Bad Harzburg. Hier erbaute er bis April 1912 eine Sommervilla am Fuß des Eichenberges an der Fritz-König-Straße. Das Gebäude erhielt die damalige Hausnummer 11.

Das Landhaus des Wirtschaftshofs Auf der Eych im Jahr 1914

Umgeben waren Haus und Grundstück in diesen Jahren zum größten Teil noch von freien Flächen, Wiesen und Äckern. Die Bebauung war noch nicht so weit fortgeschritten wie in der heutigen Zeit. In den folgenden Jahren baute Geheimrat Schmidt oberhalb des Anwesens zwischen Fritz-König- und Burgstraße nach und nach ein bäuerliches Anwesen aus. Es lag ungefähr dort, wo sich heute das Bad Harzburger Mutter-Kind-Kurheim „Haus Daheim“ an der Burgstraße befindet. Vorher gab es das Kurheim einige Jahre in einem Gebäudekomplex an der Papenbergstraße, mitten im Bad Harzburger Kurviertel.

Die Zufahrt zum Wirtschaftshof und seinen Gebäuden erfolgte von der Burgstraße und vom Alten Bauernweg. Diesen gibt es heute noch als Verbindung zwischen Burgstraße und Eichenweg, er erinnert an das ehemals landwirtschaftliche Anwesen. Weiterhin gab es eine Durchfahrt von der Fritz-König Straße zum Wirtschaftshof.

Im Lauf der Zeit erwarb Geheimrat Schmidt zusätzlich andere umfangreiche Ländereien im Harzburger Gebiet. Die Grundstücke lagen u. a. an der Fritz-König-Straße, am Butterberg und im „Wendisch-Weh“ in Richtung Eckertal. Die Ländereien hatten zusammen eine stattliche Größe von rund 280 Morgen. Aus den Liegenschaften an der Fritz- König- Straße und am Butterberg wurden später lukrative  und begehrte Baugrundstücke.

Geheimrat Schmidt war auch Mitbegründer und Anteilseigner des Erholungsheimes für die Braunschweiger Kaufmannsschafft und Industrie, das ebenfalls in den Jahren 1911 und 1912 an den Wolfsklippen entstand. In späteren Jahren wurde diese Anlage u. a. auch als Lungenheilstätte und Altenpflegeheim genutzt. Heute befinden sich Räumlichkeiten des Burgberggymnasiums auf dem Gelände.

Nach und nach gab es mehrere bebaute Grundstücke in nächster Nachbarschaft zum Wirtschaftshof und dem Haus an der Fritz-König-Straße. Ein interessanter Nachbar war u. a. der Großindustrielle und Landwirt Kunze. Dieser erbaute 1918 sein Haus in Bad Harzburg.

Die Wiesen des Wirtschaftsfhofes waren wie hier im Jahr 1964 ein winterliches Ski- und Rodelgebiet

W. Kunze besaß mit seinem Partner namens Knorr in Braunschweig eine Firma die u. a. Bremsanlagen für Lokomotiven herstellte, deshalb nannte man ihn überall Kunze-Knorr. Ältere Zeitzeugen berichten auch davon, dass sich Herr Kunze in sein Auto, einem Hanomag-Kurier setzte, sich eine Zeitung holte und diese auf sein Lenkrad legte.

Dann fuhr er zum „Promenieren“ die Herzog-Wilhelm Straße hinauf und hinab und zog somit alle Blicke auf sich. Außerdem hatte er auch einen Flugschein und soll desöfteren im Tiefflug um die Kirchtürme seiner engeren Heimat geflogen sein. Heute gehört sein Gebäude zum Hotel „Am Eichenberg“eimat geflogen sein.

In den Anfangsjahren des Wirtschafts-Hofes wurden die erzeugten Produkte nur zur Selbstversorgung genutzt. Es lag aber nahe, dass die Erzeugnisse sicherlich auch an das Erholungsheim am Wolfsstein geliefert wurden. Als sich der Betrieb allmählich vergrößerte, wurden die Produkte auch zum Kauf angeboten.

Ein Milchabnehmer war u. a. die Molkerei in Bettingerode. Das Getreide ging z. T. an die ehemalige Mühle Rechenberg in Bündheim. Hinzu kam noch eine Gärtnerei mit Gewächshaus sowie Gemüse- und Obstgarten. Betreut wurde die Gärtnerei u. a. längere Zeit von Johann Paarmann.

Dessen Erzeugnisse konnten damit ebenfalls auf dem Markt angeboten werden. Harzburger Markttreiben gab es lange Jahre vor dem ehemaligen Innungshaus und der alten Harzburger Berufsschule, dem sogenannten „Dedekindschen Haus“. Heute befinden sich dort Parkplätze zwischen Herzog-Julius-Straße und Holzhof.

Der Wirtschaftshof Auf der Eych in den frühen 1960er Jahren von der Fritz-König-Straße aus gesehen.

Nach Hermann und Elisabeth Schmidt, die 1937 bzw. 1944 im Alter von 79 und 83 Jahren verstarben, übernahm deren Tochter, Baronin Ursula von Heimburg und deren Familie für lange Jahre den Betrieb des Wirtschaftshofes. Inzwischen gehörte schon längere Zeit ein Gebäude an der Burgstraße mit der alten Hausnummer 19 zu dem Gesamtkomplex. Hier wohnten weitere Familienangehörige, der Pächter und andere Angestellte des Wirtschaftshofes. Dieses Gebäude steht dort nicht mehr, es wurde in späteren Jahren abgerissen.

Das Haus an der Burgstraße nannte man Oberhaus und das Anwesen an der Fritz-König Straße wurde als Sommerhaus bezeichnet. Einen eigenen Tennisplatz gab es auf dem großen Gelände ebenfalls und auf dem Wirtschaftshof selbst, gab es noch ein weiteres Wohnhaus.

Zugehörig zum engeren Familienkreis der Nachkommen von Elisabeth und Hermann Schmidt sowie Ursula und Victor v. Heimburg, waren u. a. die Familien Leichtweiß, Kölbl und v. Löbbecke. Langjährige Pächter bei Familie v. Heimburg hießen Lucanus, Rogge und Hänsel.

Auf dem Hof gab es mitunter rund 15 Kühe und einen Bullen. Zwei Pferde gab es ebenfalls, sie hießen Hans und Lotte. Man hatte auch einen Traktor der Marke Lanz und in den fünfziger Jahren wurde ein Mähdrescher angeschafft.

In Nähe des Anwesens befand sich früher auch die Harzburger Rodelwiese. Man konnte von der Burgstraße über die wenig befahrene und wenig bebaute Fritz-König-Straße, bis hin zur Sachsenbergstraße gelangen. Auf der sogenannten „Schmidtschen Wiese“ fand im Sommer 1950 eine der Einweihungsfeiern für das Kreuz des Deutschen Ostens statt.

Nach Viktor und Ursula v. Heimburg, die jeweils 1956 und 1981 im Alter von 76 und 99 Jahren verstarben, übernahm deren Tochter Frau v. Löbbecke den Wirtschaftshof und die Gebäude. Verwalter wurde der Landwirt Heinz Bohne und nach ihm seine Ehefrau Magdalene.

In diesen letzten Jahren wurden hauptsächlich nur noch Eier an Selbstabholer verkauft. Markttreiben gab es zu dieser Zeit in Bad Harzburg nicht mehr. Dafür entstanden die ersten kleineren Supermärkte wie der City-Markt und Wasmund in der Herzog-Wilhelm-Straße.

Der Betrieb auf dem Wirtschaftshof lief bis um 1968. Danach wurde alles verkauft und abgerissen, auch die Villa an der Burgstraße. Ringsum wurde in Bad Harzburg schon einige Jahre fleißig gebaut und ein bäuerlicher Betrieb passte nicht mehr in das Stadt- und Landschaftsbild. Dafür entstand kurz danach nebenan ein großer Wohnkomplex, im Volksmund „Klein Manhattan“ genannt.

Ein Gedenkstein am Birkenweg erinnert an den Namen „Auf der Eych“.

Stehengeblieben ist jedoch das schöne Gebäude an der Fritz-König-Straße. Außerdem erinnert ein Gedenkstein am Birkenweg an den Namen „Auf der Eych“. Verstorben ist vor einigen Jahren auch Ursula von Löbbecke geb. v. Heimburg im Alter von 81 Jahren am 25. September 2000.  Sie wohnte im Fritz-König Winkel 1 in Bad Harzburg. Auch dieses Grundstück gehörte einstmals zum Areal vom „Wirtschaftshof Auf der Eych“.


Dieser Beitrag entstand um 2008

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Hotel Lindenhof

Hotel Lindenhof
Das Hotel Lindenhof an der Herzog-Julius-Straße im Jahr 1955

Hotel Lindenhof

Der Lindenhof um 1850

In der Nähe von Bahnhof und Kriegerdenkmal stand der Lindenhof, einstmals der älteste Gasthof in Bad Harzburg.

Hervorgegangen ist das Gasthaus und spätere Hotel aus dem 1683 oder 1689 erstmals erwähnten Neuen Krug von Heinrich Ahrens aus Schulenrode. In späteren Jahren wurde der Gasthof dann Schützenkrug genannt. Ein anderer älterer Name soll davor auch Tranenkrug gewesen sein. Der Nachfolger von Krüger Heinrich Ahrens wurde 1688 Henning Christian Schütte.

Gleich nebenan, wo heute das 1896 eingeweihte Kriegerdenkmal seinen Platz hat, lag zur damaligen Zeit der Schützenplatz von Schulenrode, Neustadt und Harzburg. 1759 wird das Gebäude in einer alten Chronik als ein „Brettern Schießhaus“, so bei den alljährigen Schießübungen gebraucht wird, bezeichnet.

Einer der ersten Gastwirte in der neueren Zeit heißt Ludwig Strohmeyer, dieser übergibt das Haus 1828 an seinen Sohn Carl. 1840 wird der Gasthof an den Knochenhauermeister Ludwig Behrens aus Braunschweig verpachtet, dieser nennt das Haus Gasthof Behrens und danach Braunschweiger Gasthof und Braunschweiger Hof. Nachfolgende Pächter heißen H. Meyer aus Magdeburg und H. Grünhage, aus Braunschweig stammend.

Der Name Lindenhof steht ab 1861 in alten Schriften und Verzeichnissen, geführt wird das Haus jetzt wieder von einem Mitglied der Familie Strohmeyer. Der Name Lindenhof kommt wahrscheinlich daher, weil sich auf der Gartenseite des Gebäudes eine angeblich 1573 gepflanzte Linde befand.

Nach einem Sturm musste die namensgebende gewaltige Linde 1954 gefällt werden.

Der Überlieferung nach soll die Linde im Jahre 1573 von Herzog-Julius selber gepflanzt worden sein. Die alte geschichtsträchtige Linde, deren Alter einmal mit 400 Jahren, einmal mit 500 Jahren angegeben wurde, fiel 1954 einem Sturm zum Opfer.

Es wurde ein so großer Baum, dass um 1900 in seiner Mitte ein Podest gebaut wurde, auf dem die damalige Kurkapelle mit bis zu 20 Musikern, im Sommer Konzerte gab. Die Größe des Baumes zeigt sich auch auf Fotos und Bildern, darauf sieht man, wie der Baum das Gebäude überragt.

Eine alte Ansicht von 1898 zeigt F. Asche als nächsten Besitzer bzw. Pächter, den Namen Asche gibt es in der damaligen Zeit desöfteren in Zusammenhang mit Hotels und Gasthöfen.

So gibt es Hermann und Robert Asche in Asches Hotel, sowie einen Baron von Asche im Zusammenhang mit Juliushall und dem Gasthof auf dem Burgberg.

Um 1900 wird das umfangreiche Grundstück, das von der Herzog-Julius-Straße bis an die Herzog-Wilhelm-Straße heranreichte, zweigeteilt. Das Hotel geht an einen Herrn Meyer, angrenzend in die Mitte der Gebäude kommt ein Materialwarengeschäft und den Abschluss bildet eine Bierstube des Chr. Bruns.

Aus der Bierstube und dem Materialwarenladen, wird in späteren Jahren Hotel und Gasthaus Stadt Hannover. Auch dieses gibt es schon lange Zeit nicht mehr. In Nachfolge waren dort u. a. das Schuhhaus Litten und bis heute ein Spielsalon untergebracht.

Blick über den Bahnhofsvorplatz auf den Lindenhof und die Staatsbank (rechts) in den frühen 1950er Jahren

In der Zwischenzeit gibt es nur noch vier Hotels rund um den Bahnhof, denn in diesen Jahren wird mit dem Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes begonnen und das alte Hotel wurde abgerissen.  

Im Jahr 1904 steht der Name Meyer immer noch für einige Zeit in den Unterkunftsverzeichnissen. Um 1910 gibt es dann den Namen Overbeck in Zusammenhang mit dem Hotel, so wird 1912 eine Frau Overbeck als Besitzerin genannt. 1919 steht L. Overbeck in den Analen, im Jahr 1932 Willi Overbeck.

Nach dem Krieg steht dann Käte Overbeck in den Unterkunftslisten, dies gilt bis zur Einstellung des Hotel- und Gaststättenbetriebes ca. 1965.

Der Wienerwald in den 1980er Jahren

Danach erwirbt der Bündheimer Brotfabrikant Rudolf Dehne das Gebäude und nutzte es als Unterkunft für seine Gastarbeiter. Als nächster Eigentümer des Komplexes wurde einige Zeit ein Ire mit Namen McCormacks genannt.

Anschließend befindet sich ein Lokal der bekannten Wienerwaldkette/Firma Jahn mit seinen Hähnchenspezialitäten in den Räumlichkeiten. In den Jahren 1985/86 erfolgt ein Teilabriss und ein Umbau für eine Supermarktkette (Penny Markt) und den neuen Wienerwald.

Dieses Speiselokal gibt es heute in Bad Harzburg nicht mehr, an seiner Stelle befanden sich danach ein italienisches Restaurant, ein chinesisches Restaurant, Arztpraxen und die Büroräume der Barmer Ersatzkasse in dem Gebäude

Auf dieser Seite des großen Areales/Parkplatzseite, befanden sich u. a. der schon genannte Penny Markt/Fa. Pfennigpfeifer/Tedi Markt und heute Lenis Friseursalon. In der heutigen Zeit gehört der Gesamtkomplex zum Portfolio der Bad Harzburger Firma Curant Bauregie Junicke.


Der Beitrag stammt aus dem Jahr 2010

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Berghotel Silberborn

Berghotel Silberborn
Das Waldgasthaus Silberborn in Bündheim um 1898.

Berghotel Silberborn

Am Silberborn in Bündheim stand lange Jahre ein weiteres Hotel und Ausflugslokal. Der Name war Berghotel Silberborn, benannt nach einer Quelle mit dem alten Namen Singrünsbrink  bzw. Immergrünsbrink. Im Lauf der Jahre wurde dann daraus der Silberborn, der gleichnamige Bach speist später in mehreren Adern die Gläsecke in Richtung Schlewecke.

Gegründet wurde das Waldgasthaus und spätere Hotel um 1860. Einer der ersten Gastwirte hieß 1876 Heinrich Effe. Dessen Familie hatte an der Elfenecke, am Silberborn und Breitenberg umfangreiche Ländereien wie alte Flurkarten zeigen.

Um ein Haar wäre das Hotel in erlauchter Gesellschaft gewesen, denn Herzog Wilhelm aus Braunschweig hatte vor, in den Gestütswiesen unterhalb des Elfensteins ein Jagdschloß zu bauen. Doch durch Querelen mit den Bündheimern ließ er um 1850 von seinem Vorhaben ab.

Das Silberborn um 1870, links das Haus, das Herzog Wilhelm seiner Mätresse Baronin von Rosenzweig hatte bauen lassen.

Er soll das Amt Harzburg nie wieder offiziell besucht haben. Einige Zeit nach seinem Tod im Jahr 1884 wurde aber eine Straße nach ihm benannt, die heutige Herzog-Wilhelm-Straße. Was er aber im Amte hinterließ, war ein stattliches Wohnhaus für seine Mätresse Baronin von Rosenzweig. Dieses Gebäude wurde um 1870 direkt neben dem späteren Hotel Silberborn errichtet und die Baronin von Rosenzweig soll bis 1921 dort gewohnt haben.

Im Jahr 1883 gab es einen Wechsel in der Führung des Waldgasthofes, als Besitzer wurde jetzt Dr. phil. Neumann aus Bündheim aufgeführt. Die Lage des Hauses wurde als unter dem Elfenstein gelegen bezeichnet.

Einige Jahre später übernahm 1890 Ernst May und 1903 Friedrich May die Führung des Hotels. In all diesen Jahren erfolgte ein steter Aus- und Anbau des Gebäudes, es hatte in seiner Blütezeit eine Kapazität von etwa 40 Betten. Beigetragen zum Erfolg des Geschäfts hatte die herrliche Waldrandlage, die schöne Aussicht auf das jetzt 750-jährige Bündheim und die Nähe zu anderen Wanderwegen.

1908 gibt es mit dem Gastwirt und Hotelier Wilhelm Fulst den nächsten Besitzer. Auch hier tauchen in späteren Zeiten wieder Namen auf, die es in Zusammenhang mit anderen Hotels und Gaststätten gab. So z. B. der Name Effe im Deutschen Haus in Bündheim. Den Namen May lange Jahre auf der Sennhütte und Familie Fulst gab es im Zusammenhang mit dem späteren Markthotel und den Hotels Stadt Hamburg und Prinz Heinrich, ebenfalls in Bündheim gelegen.

Um 1915 wird F. Theo Müller neuer Besitzer des Hotels. Die Lagebezeichnung hieß jetzt „auf dem Weg nach dem Okertal“ in den damaligen Verzeichnissen. Nach der Zeit von Theo Müller werden Müllers Erben als Eigentümer aufgeführt. Pächter des Hotels war 1933 Bruno Grimm, zusammen mit seinem Bruder Friedrich Grimm.

Im Jahr 1936 gibt es mit Otto Tiedtke den nächsten Pächter des Betriebs. Im Krieg wurde das Hotel teilweise für ausgebombte Angestellte der Firma Krupp genutzt. Nach dieser Zeit wurden dann jeweils kurzzeitig Heimatvertriebene und ein AWO-Kinderheim dort untergebracht. Besitzer des Anwesens wurde inzwischen Siegfried Müller mit seiner Ehefrau Minna.

Blick ins Restaurant des Berghotels Silberborn 1965

Die Zeit von Familie Müller geht bis etwa 1960, verpachtet wird das Hotel kurzzeitig an Familie Eichmeyer. Anfang der 1960er Jahre geht der Betrieb einige Jahre an das Gastwirtsehepaar Elly und Gerhard Wolf.

Auch rund um den Silberborn hat sich einiges geändert. Die einstmals freie Aussicht auf die Landschaft ist durch hohen Baumbewuchs stark eingeschränkt. Dafür findet jetzt jeder Gast an heißen Sommertagen ein schattiges Plätzchen am Waldesrand.

Mitte der siebziger Jahre übernimmt Familie Meyer-Wünsch das Geschäft und die Speise-Restauration. Gästebetten werden noch insgesamt 28 angeboten.

Am 3. Februar 1981 kommt bei einem Großbrand das Aus für das über 100-jährige Gebäude und die Reste werden abgerissen. Auch heute sind noch Teile des Areals verwaist, werden aber wohl irgendwann bebaut werden.


Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2001

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Bahnhofshotel Braunschweiger Hof

Bahnhofshotel Braunschweiger Hof
Das Bahnhofshotel „Braunschweiger Hof“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Bahnhofshotel Braunschweiger Hof

Das erste Gebäude des Bad Harzburger Bahnhofs, der zum größten Teil auf Bündheimer Gebiet liegt, wurde 1843 eingeweiht, das aktuelle Gebäude dagegen erst 1907. Um den Bahnhof gab es einst fünf Hotels.

Zunächst das Bahnhofshotel, gebaut nach Fertigstellung der ersten Deutschen Staatseisenbahn von Braunschweig nach Harzburg und selbst größer als der eigentliche Bahnhof. Auf alten Ansichten sieht man aber zuerst den „Gasthof zum Bahnenhofe“, dann wird das Gebäude vergrößert und heißt nun „Hotel de Brunswick“.

Der Bad Harzburger Bahnhof mit dem Hotel de Brunswick um 1855.

In späteren Jahren firmiert das Hotel unter „Braunschweiger Hof“, die Pächter heißen 1876 Grünhage und danach Meyer. Zur damaligen Zeit hatte das Hotel 24 Zimmer und 60 Betten, der Zimmerpreis betrug mit Licht und Bedienung 1,50 M – 2,50 M.

Nachfolgende Besitzer bzw. Pächter heißen Assmann, H, Ebermann und zum Schluß G. Dey.  Bevor man mit dem Bau des neuen Bahnhofsgebäudes anfing, wurde das Hotel abgerissen.

Reste des Gebäudes wurden zum Bau eines größeren Mehrfamilienhauses an der Westeröder Straße in Bündheim verwendet, welches dort heute noch steht.


Der Beitrag entstand um 1990

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Central-Hotel

Central-Hotel
Das Central-Hotel an der Herzog-Wilhelm-Straße in den 1920er Jahren

Das Central-Hotel

Werbung 1932

Auf der Herzog-Wilhelm-Straße, die früher einmal Hauptallee bzw. Neue Chaussee hieß, gibt es heute an der Ecke Holzhof ein Gebäude das, angefangen mit City-Markt und HL-Markt, stets Supermärkte und Drogerieketten beherbergte.  An dieser Stelle stand einmal aber das Central-Hotel, erbaut 1904 als Hotel Moritzburg von Moritz Arndt.

Dieser war Altwarenhändler wie in alten Geschäftsanzeigen zu sehen ist und hatte am Kupferbach Nr. 1 schon ein kleineres Hotel mit gleichen Namen. Aus diesem Haus wurde dann in späteren Jahren das Hotel und Gasthaus Albertsburg.

In Zusammenhang mit dem neuen Hotel von Moritz Arndt gibt es die Anekdote von Friedrich Erhardt, dass Neider folgenden Spruch an die Hauswand malten: Hier wohnt Moritz Arndt, vor seiner großen Schnauze wird gewarnt.

Markttreiben gab es an diesem Ort auch schon in früheren Zeiten, bevor 1904 die Morizburg gebaut wurde, fand hier der Harzburger Wochenmarkt statt.  

1910 war Besitzerwechsel und das Haus hieß einige Jahre Königs Hotel, wiederum nach dem Besitzer benannt. 1919 heißt es noch immer Königs Hotel, in den zwanziger Jahren kommt mit F. Hoppen der nächste Besitzer. Dieser gibt dem Haus auch einen anderen Namen, fortan nennt es sich Central-Hotel. In dieser Zeit wird auch der Saal umgebaut und vergrößert, 1929 steht F. Hoppen noch als Besitzer in den Unterkunftsverzeichnissen.

Das Restaurant Bräustübl im Central-Hotel in den 1950er Jahren

Im Jahr 1932 gibt es mit Bruno Bartel einige Jahre den nächsten Hotelier im Central Hotel. Bruno Bartel stammte wahrscheinlich aus Berlin, eine Anzeige der damaligen Zeit weist ihn als Mitglied der Gastwirtsinnung in Berlin aus.

1938 wurde Hanni Dörfer mit Sohn nächste Besitzerin des Hauses. Im Krieg wurde auch hier alles beschlagnahmt und das Hotel als Lazarettabteilung benutzt.

Das Ende 1976…

Gleich nach Kriegsende war das Central-Hotel einer der ersten Beherbergungsbetriebe, der in der englischen Besatzungszone wieder für Gäste offenstand.

Im Jahr 1948 verstarb Hanni Dörfer und ihr Sohn Adolf Bitzhenner übernahm vollends die Leitung des Hotels. In dieser Zeit und im Zeichen der Normalisierung nach den Kriegsjahren, fanden im Central-Hotel viele Vereine Möglichkeiten zur Zusammenkunft. So z. B. einige Gesangvereine, die AWO, der Schachclub, der HAC und der Skiclub, um nur einige zu nennen. Einige Zeit ist in den 1950er Jahren auch eine Geschäftsstelle des Harzburger Rennvereins im Central-Hotel untergebracht.

Im Zeichen des Wirtschaftswunders werden auch wieder Werbe-Verkaufsveranstaltungen durchgeführt. Busse mit dänischen und holländischen Gästen kamen wieder in den Harz und waren im Central Hotel herzlich willkommen.

1976 kommt auch für dieses Hotel das Aus, zusammen mit dem direkt angrenzenden Nebengebäude wurde es abgerissen. An gleicher Stelle stehen seither Supermärkte.


Mehr Fotos rund um das Central-Hotel auf Harz-History

Eggelings Hotel

Eggelings Hotel

Von Eggelings Hotel zum Rathaus

Titelblatt eines Prospekts um 1900

„Eggelings Hotel“ gab es früher an der Bergstraße, der heutigen Sternstraße. Gegründet 1856 von der Ehefrau des Bündheimer Gastwirtes Heinrich Meyer.

Der nächste Besitzer ist 1862 Heinrich Grünhage, ebenfalls aus Bündheim stammend. Im Jahr 1882 übernimmt die Witwe des Neustädter Kaufmanns Heinrich Bokelmann das Hotel. Danach heiratet die Witwe Bokelmann den Tonkünstler Eduard Eggeling, das Haus heißt nun Eggelings Hotel.

Zugehörig zum Hauptgebäude an der Bergstraße war auch ein Haus an der nahegelegenen Herzog-Julius-Straße. Dies nannte sich Hotel-Pensionat zu den Eichen, die Leitung hatte 1885 Else Eggeling.

Den Namen Eggeling gibt es später in Zusammenhang mit dem Burgberghotel, so gab es dort oben den Kaufmann Henricus Eggeling und den Hotelier Ludwig Eggeling.

1890 übernimmt der Hotelier Hermann Bokelmann das Geschäft, dieser steht bis etwa 1920 in den Harzburger Unterkunftsverzeichnissen. Anschließend wird noch kurzzeitig W. Funke als Besitzer aufgeführt.

Das einstige „Eggelings Hotel“ um das Jahr 1925 als Rathaus der Stadt Bad Harzburg.

1922 wird der Hotelbetrieb eingestellt und in dem Gebäude wird das Harzburger Rathaus untergebracht. Davor hatte die Verwaltung an der Schmiedestraße in der ehemaligen Villa Hansa ihren Sitz, dieses Gebäude gibt es heute noch. Es befindet sich am Eingang zum Badepark und beherbergt ein Senioren- und Pflegeheim.

Verwaltungssitz bleibt das ehemalige „Eggelings Hotel“ bis zum 20. Juli 1970, danach muss es mit einigen anderen Häusern dem Bau der Schnellstraße weichen. Betroffen sind u. a. Gebäude an der Herzog-Julius-Straße, der Kirchstraße (heute Lutherstraße), Burgstraße und der Wiesenstraße (Heute Amtswiese).

Mit dem Abriss ds einstigen Hotels und Rathauses wurde 1970 Platz für die B4-Ortsdurchfahrt geschaffen.

Danach wird ein neues Rathaus in zentraler Lage zwischen Herzog-Wilhelm- und Herzog-Julius-Straße in der Forstwiese errichtet, die Einweihung fand am 7. August 1970 statt.


Der Beitrag stammt aus den Jahren um 2000

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165 Jahre Gastronomie auf dem Burgberg

165 Jahre Gastronomie auf dem Burgberg
Das Burgberg-Hotel im Jahr 1973, kurz vor dem Abriss des Gebäudeensembles.

165 Jahre Gastronomie auf dem Burgberg

Auf dem Großen Burgberg, diesem geschichtsträchtigen Bad Harzburger Berg mit seiner ehemaligen Burganlage von 1065 bis um 1650, gab es viele Jahre einen Gasthof beziehungsweise ein Hotel.

Als erster erbaute der Gastwirt Friedrich-Wilhelm Reusche mit Sondergenehmigung des Herzogs Wilhelm von Braunschweig im Jahr 1846 den Gasthof „Zum Crodo“. Reusche stammte aus Gebhardshagen und war Kellner von Beruf. Auf dem Burgberg war er aber schon seit 1840 in einem kioskähnlichen Verkaufsstand mit einem provisorischen Dach aus Baumborken tätig. Reusche betrieb für den Bündheimer Apotheker Sandorfy die Bewirtschaftung auf dem Burgberg.

Zeitgenössische Darstellung des Gasthofs „Zum Crodo“ um das Jahr 1850

In der Anfangszeit des Gasthofs „Zum Crodo“, wurden zwölf Betten vermietet. Im Lauf der Zeit wurde das Gebäude vergrößert und zum Hotel ausgebaut. 1857 konnten schon 50 Betten belegt werden. Die eigene Wasserversorgung wurde aus einer Quelle am Sachsenberg gespeist.

Desöfteren waren auch königliche Gäste bei Familie Reusche zu Gast. Unter anderem 1860 König Georg V. aus Hannover mit Königin Marie und dem Kronprinzen.  Begleitet wurden sie von rund 40 Hofgästen. Unter ihnen auch die Gesandten aus England und Russland.

Ein Gedeck berechnete Reusche für drei Taler pro Person und schickte die Rechnung dann zum königlichen Hofmarschall. Einige Zeit später kam die Rechnung aber zurück. Reusche dachte, er hätte zu viel berechnet. Aber der Hofmarschall bat um eine neue höhere Rechnung, nun für fünf Taler pro Gedeck.

Der Nachfolger von Reusche wurde 1878 Ernst Behnecke. Familie Reusche blieb aber bis 1889 auf dem Burgberg wohnen und zog dann in eine Villa an der Papenbergstraße. Unterhalb vom Hotel Ludwigslust gelegen, genannt Haus Reusche.

Werbung für das „Hotel zum BUrgberg“ um 1900

Aus diesen Zeiten stammte auch eine Kuriosität. So stand in Nähe der 1877 errichteten 19 Meter hohen Canossa- bzw. Bismarcksäule ein Fahnenmast. Diese Fahne hatte eine besondere Funktion: Um den Reisenden auf Zimmersuche unnötige Wege auf den Berg zu ersparen, hatte die Fahne zwei Stellungen. Fahne oben hieß: Zimmer belegt, wehte die Fahne auf Halbmast bedeutete dies: Zimmer frei. Bei Dunkelheit sollen Lampen oder Scheinwerfer die Funktion der Fahne übernommen haben.

Mit der Pferdedroschke, per Pedes oder auf Pony und Esel ging es auf den Burgberg bis…

Bei Ernst Behnecke war die Burgberggasstätte wohl zeitweise separat in Pacht. Um 1900 war es Otto Pfaue, später A. Wittig. Nachfolger von Ernst Behnecke, der wie Friedrich-Wilhelm Reusche über 40 Jahre auf dem Burgberg verbrachte, wurde im Dezember 1922 Ludwig Eggeling.

Er war vermutlich ein Angehöriger der Eggelings aus dem gleichnamigen Hotel, das später bis 1971 als Harzburger Rathaus diente. Auch in diesen Zeiten war der Weg zum Burgberghotel und den anderen Sehenswürdigkeiten noch beschwerlicher als heute.

Dies änderte sich 1929, als die Burgberg-Seilbahn eingeweiht wurde und die Gäste mit Deutschlands nördlichster Kabinenseilbahn in wenigen Minuten nach oben schwebten. Zu Zeiten von Reusche und Behnecke gelangte man mit Pferdedroschken oder auf dem Rücken von Ponys und Eseln auf den 482 Meter hohen Burgberg. Ein Denkmal am Berliner Platz, die Kurgastdame mit Esel von Ursula Bacmeister, erinnert an diese Zeiten.

… der Bau der Burgberg-Seilbahn die Situation grundlegend änderte.

Nachfolger von Ludwig Eggeling als Burgberghotelier wurde 1949 sein Sohn Henry Eggeling. In dieser Zeit gab es schon Pläne für einen Hotelneubau im Stil einer alten Burg, verwirklicht wurden sie nicht.

Ende der 1950er Jahre übernimmt Ottomar Behne das Geschäft, nach dessen Tod seine Frau Ursula, die vorher auch noch den ehemaligen Burgkeller bewirtschaftete. Dies bleibt so bis zur Schließung des Burgberghotels am 1. November 1971.

Auch in diesem Zeitraum, gab es wieder Pläne für ein neues Hotelgebäude. Investor war damals die Berliner Geschäftsfrau und Architektin Kressmann-Zschach (Steglitzer Kreisel). Vorgesehen war ein Hotelneubau aus Beton, Glas und Stahl für über „200 Betten“. Attraktion sollte ein rotierendes Café in einer der oberen Etagen sein.

Begleitet wurden diese Pläne von der Idee, einen Aufzug von der sogenannten Parkhaus-Kaverne im inneren des Burgbergs, direkt zum Hotel führend, zu bauen. Doch auch diese Planungen wurden nicht verwirklicht. Sie scheiterten am Widerstand der Harzburger Bürger, des Harzburger Stadtrates und sicherlich auch an den finanziellen Anforderungen dieses gewagten Projektes.

ZU allen Zeiten ein geschätztes und begehrtes Plätzchen: Der Kaffeegarten des Burgberg-Hotels um 1929.

Die alten Hotelgebäude wurden schließlich am 2. April 1973 abgerissen. Als Ersatz gab es bis 2009 noch ein Selbstbedienungsrestaurant. Aber Hotelzimmer gab es seitdem nicht mehr. Dafür gibt es neue Pläne. Das Selbstbedienungsrestaurant soll weichen. Ein Harzburger Geschäftsmann stellte der Stadtverwaltung, dem Förderverein Burgberg und anderen zuständigen Gremien sowie der Öffentlichkeit ein neues Konzept für die Burgbergbebauung vor. Diesmal sieht es so aus, dass wohl die Planungen nach vielen Ratssitzungen und öffentlichen Diskussionen verwirklicht werden. Sicherlich gibt es dann irgendwann auch wieder Zimmer auf Harzburgs Hausberg zu mieten. Wie anfangs schon zu Reusches Zeiten.


Dieser Beitrag entstand vor 2010

Mehr Fotos zum Thema Burgberg-Gastronomie auf Harz-History

Weitere Artikel rund um das Thema Burgberg-Gastronomie finden sich im Uhlenklippenspiegel des Harzburger Geschichtsvereins:

Namen aus der Harzburger Geschichte: Friedrich Wilhelm Reusche – der erste Wirt auf dem Burgberg (Friedrich Ehrhardt)

Harzburg im 19. Jahrhundert: Gäste auf dem Burgberg (Friedrich Ehrhardt)

Die Lebenserinnerungen des ersten Burgbergwirts (Klaus Beddies)

Grundsteinlegung für den neuen Burgberggasthof (Harry Plaster)

„Aussichtsreich“: Der Link zum aktuellen Angebot 2025 auf dem Burgberg

Bodes Hotel

Bodes Hotel
Werbung für Bodes Hotel in den frühen 1960er Jahren.

Bodes Hotel: Aus „Asche“ entstanden

An der Ecke Papenbergstraße und der Straße Am Stadtpark in Bad Harzburg stand bis Ende des Jahres 1988 „Bodes Hotel“ mit seinen Nebengebäuden. Dies waren das Haus Bode und die Villa Bode. Nach dem Abriss von Villa Bode entstand in späteren Jahren ein Neubau, der sogenannte Londoner Flügel.

Aufenthaltsraum etwa 1955

Zuvor war an dem Ort, an dem später ein großes Hotel entstand, ein Bauplatz. 1886 kauft der Tischlermeister Hermann Nordmann diesen Platz an der Dommesstraße vom Konsul H.H. Meier aus Bremen.

Selbiger besaß zur damaligen Zeit schon einige Grundstücke und Häuser in Bad Harzburg, 1890 gab Hermann Nordmann den Bauplatz an die Gebrüder Hermann und Robert Asche wieder ab. 1891 bauten diese das Hotel Asche, es wurde ein großes Gebäude mit 55 Zimmern und etwa 70 Betten.

In dieser Zeit müssen auch schon Nebengebäude auf dem Grundstück hinzugekommen sein. In einem Unterkunftsverzeichnis von 1904 gibt es zugehörig zum Hotel eine Villa Asche an der Amsbergstraße.

Im Jahr 1910 wurde das Hotel an die Gebrüder Bode verkauft. Christian und Carl Bode führten das Haus danach viele Jahre als Hotel Asche weiter.

Um 1925 wurde das Haus dann in Bodes Hotel umbenannt. Während Carl Bode für den Hotelbetrieb zuständig ist, bewirtschaftet Christian Bode noch das Kurhaus, das Casino und Restaurationen Unter den Eichen.

Das Casino war die ehemalige Villa Radau, einstmals 1854 als Sommerwohnung von Konsul Meier erbaut. Das Casino nannte sich zur damaligen Zeit auch Winterkurhaus, heute befinden sich in dem Gebäude u. a. eine Orthopädische Arztpraxis, die Stadtbücherei und ein Therapiezentrum.

Der Name Bode bleibt viele Jahre mit dem Hotel verbunden, so stehen die Gebrüder Bode in den fünfziger und sechziger Jahren immer noch als Besitzer in den Verzeichnissen.

Ein ebenso häufiger wie gern gesehener und prominenter Gast: Uwe Seeler mit Derek und Thea Alton-Nagel in Bodes Hotel.

Im Krieg wurde auch Bodes Hotel als Lazarett gebraucht, zwei Söhne der Familie Bode fallen ebenfalls im Krieg. Der eine wird als vermisst gemeldet, der andere fällt tragischerweise einige Tage vor Kriegsende bei Kämpfen im Harz.

Nach dem Krieg diente Bodes Hotel als Lazarett und Rehabilitationsort für englische Offiziere. Die englischen Besatzer hatten zur damaligen Zeit rund 30 Hotels und Fremdenheime, sowie öffentliche Einrichtungen wie Casino, Kurhaus und Schwimmbad, um nur einige zu nennen, beschlagnahmt. Dies alles diente als Freizeiteinrichtung für englische Soldaten und hatte den Namen Leave Center.

Im Jahr 1949 wohnte laut Einwohnerverzeichnis von Bad Harzburg in Villa oder Haus Bode auch noch eine Amalie Asche, ein Name, den es schon 1890 gab.

Nach dem Abzug der englischen Truppen Mitte der 1950er Jahre, normalisiert sich der Hotelbetrieb und auch in Bad Harzburg blüht das Kur- und Bäderleben wieder auf. Auch die Gebrüder Bode gab es noch, wobei Christian der ältere von beiden war. Er wurde 1875 geboren und starb 1962. Carl Bode, der jüngere Bruder, war Jahrgang 1883 und verstarb 1957. Beide Brüder waren übrigens mit zwei Schwestern verheiratet. Christian mit Theodora und Carl mit Marta, beide Damen waren geborene Kröckel.

Das Schreibzimmer in den 1930er Jahren.

In der Zwischenzeit hatte ein weiteres Mitglied der Familie Bode, Thea Bode, den englischen Offizier Derek Alton-Nagel geheiratet. Auch die Straßennamen hatten sich geändert, aus der Dommesstraße, benannt nach dem ersten Badekommissar Hermann Dommes, wurde die Straße Am Stadtpark.

Nach dem Tod der Gebrüder Bode übernahmen Derek und Thea Alton-Nagel den Betrieb. Da die beiden aber oft im Ausland weilten, leitete in der Regel Frau E. Luther das Hotel.

Integriert in den Hotelbetrieb waren zur damaligen Zeit die Kosmetik-Institute bzw. Schönheitsfarmen der Firmen Ritter und Lutter.

In der Zeit von Derek und Thea Alton-Nagel, gab es im April 1972 einen Großbrand, bei dem die Villa Bode schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Schäden sind so groß, dass die Gebäudereste abgerissen werden, an gleicher Stelle wurde der schon erwähnte Neubau als Londoner Flügel errichtet.

Im Haus Bode, das durch einen überdachten und mit großen Panoramascheiben versehenen Gang mit dem Haupthaus verbunden war, gab es außerdem viele Jahre die Massagepraxis der Firma Kregel.

1986 erwarb Gerda Hoppe aus Berlin Bodes Hotel zusammen mit der Kurvilla Amsberg und dem Londoner Flügel, der Pächter des Geschäfts war H. W. May.

In der Nacht zum Heiligabend 1988, war dann die Zeit von Bodes Hotel vorüber. Ein Großbrand zerstört den dreiteiligen Gebäudetrakt so schwer, dass die Gebäudereste in deren Mauern auch viel Prominenz weilte, abgerissen werden mussten.

Schauplatz legendärer Partys: Die Schottenbar in Bodes Hotel.

Somit war wieder einmal eines der großen Hotels alter Prägung aus dem Bad Harzburger Stadtbild verschwunden. Ursache des Großbrandes war laut der Ermittlungen der Polizei Brandstiftung, die Schadenshöhe wurde auf rund zwei Millionen DM beziffert.

Das letzte Bad Harzburger Mitglied der Familie Bode, Thea Alton-Nagel, geboren 1920, wurde 1996 beerdigt. Ihr Ehemann Derek verstarb schon im Jahr 1983.

Heute stehen moderne Wohnanlagen auf dem einstigen Hotelgelände.

Nach dem Brand 1988 blieb das große Eckgrundstück viele Jahre ungenutzt. Seitens der Stadt wurde es lange als Standort für erneute Hotelbebauung ausgewiesen. Auch am stehengebliebenen und ungenutzten Londoner Flügel nagte der Zahn der Zeit.

Zusammen mit den wild wuchernden Büschen und Bäumen auf dem Grundstück ergab alles einen unschönen Anblick für Kurgäste und Anwohner.

In letzter Zeit wurde der Bebauungsplan geändert und die Firmen Behning und Junicke werden dort eine größere Wohnanlage nach bewährtem Muster errichten. Die Vorarbeiten begannen im April 2003 mit dem Abriss des Londoner Flügels und einiger baufälligen Garagen, die sich ebenfalls noch auf dem Grundstück befanden.


Der Beitrag stammt aus dem Jahr 2003

Mehr Bilder zur Geschichte von „Bodes Hotel“ im Internet unter Harz-History

 Beitrag von Harry Plaster zu „Bodes Hotel“ im Uhlenklippenspiegel Ausgabe 120/2017

Bad Harzburg – Stadtbild im Wandel – 1999-2014

Bad Harzburg – Stadtbild im Wandel – 1999-2014

Bad Harzburg – Stadtbild im Wandel – 1999-2014

„Aus dem Bad Harzburger Stadtbild verschwunden…“, so ist der Foto-Streifzug durch den (Geschäfts-) Alltag der Kurstadt von Mai 1999 bis Dezember 2014 überschrieben. Fotos und Fakten lieferte Harry Plaster, mit seiner enormen Sammlung und seinem Wissen stets die erste Adresse, wenn es um Einblicke in die Bad Harzburger Geschichte geht. Ein Teil seines Archivs ist auf der Plattform Harz-History zu sehen.