Schmelzers Hotel

Ein Jahr vor dem Großbrand, der „Schmelzers Hotel“ 1991 das endgültige Ende bereitete.

Schmelzers  Hotel

An der Herzog-Julius-Straße stand einst ein Hotelgebäude, dessen Zeit mittlerweile schon einige Jahre abgelaufen war. Gemeint ist Schmelzers Hotel, benannt nach dem Kohlenhändler Alexander Schmelzer, der das Haus 1884 erbaut hat.

In dieser Zeit war der Hotelkomplex noch nicht so groß, wie er sich in späteren Jahren darstellte. Ältere Ansichten zeigen vor 1900 ein einzelnes Gebäude, umgeben von einer kleinen, parkähnlichen Anlage.

Erst nach der Übernahme des Hotels am 11. Oktober 1895 durch Heinrich Wartjenstedt aus Westerlinde wurde das Hotel stetig vergrößert. Das Hotelgelände bot ausreichend Platz, erstreckte sich von der Herzog-Julius-Straße, einstmals auch Alte Chaussee genannt, bis an das 1898 erbaute Badehaus.

Prachtvoll: Schmelers Hotel im Jahr 1915.

Viele Jahre gab es auch eine Dependance in unmittelbarer Nähe, genannt Villa Medici. Hier lebte und arbeitete der Herzögliche Amtsphysikus und spätere Sanitätsrat Dr.med. Dankworth von 1861 bis 1901. Er wohnte in dem Gebäude und unterhielt dort auch seine Arztpraxis.

Auch bei Dr. Dankworth konnte man schon Zimmer mieten. Im Jahr 1876 wurden in dem Haus an der Herzog-Julius-Straße mit der Ass Nr. 65 fünf Zimmer mit zehn Betten angeboten.

Der Name Wartjenstedt bleibt dann viele Jahre mit Schmelzers Hotel verbunden, so steht Anfang der dreißiger Jahre immer noch Heinrich Wartjenstedt in einem Unterkunftsverzeichnis. Das Hotel hatte jetzt eine stattliche Größe erreicht und angeboten wurden 60 Zimmer mit 100 Betten.

In einem Einwohnerverzeichnis von 1936 werden dann Wartjenstedts Erben, dies waren die Witwe Sophie Wartjenstedt und der Hotelier Heinz Wartjenstedt,, als Eigentümer genannt. Nach dem Krieg standen in den fünfziger Jahren die Geschwister Heinz und Else Wartjenstedt in den Verzeichnissen.

Schmelzers Hotel Ende des 19. Jahrhunderts.

Auch die Villa Medici, die nach dem Tod von Dr. Dankworth im Jahr 1901 zum Hotelkomplex dazu kam, gab es noch. Sie diente in diesen Jahren als Wohnhaus für Teile der Fam. Wartjenstedt, es gab auch wieder eine Arztpraxis in dem Gebäude, der Arzt hieß Dr. med. Erich Bertram.

In den 1950er Jahren gehörte auch das Gebäude an der Herzog-Julius-Straße mit der alten Hausnummer 33 zum Hotel und diente ebenfalls als Wohnung für Angehörige der Fam. Wartjenstedt.  Die Etage der Wartjenstedts in dem Haus, war mit einem überdachten Übergang direkt mit dem Hotel verbunden.

In den Jahren 1965 bis 1975 gibt es mit Carl Hans Gundlach den nächsten Hotelbesitzer, in dieser Zeit wird auch eine moderne Kegelbahn eingebaut. Gebaut wurde allerdings auch an einer vierspurigen Durchgangsstraße, die im Dezember 1971 für den Verkehr freigegeben wurde und unmittelbar vor dem Hotel verlief.

Inzwischen hatte das Hotel einen anderen Namen und heißt Schmelzers Parkhotel, in dieser Zeit wird der Versuch gemacht, zusätzlich zum Hotelbetrieb ein Kur-, Wohn- und Pflegeheim zu etablieren. Pächter war O. Schulz.

Die Eingangstür zum „Schmelzers“ wurde von Dirk Junicke gerettet, sie ziert heute das Plumbohms.

1975 ging der Hotelkomplex an Abraham Herzlinger, 1977 an Carmen Brandt. In diesen Jahren wird auch versucht, einen Spielsalon mit Geldspielgeräten zu integrieren. Am Anfang der achtziger Jahre wurde der Betrieb der Kegelbahn eingestellt, aber 1982 schon wieder aufgenommen. 1985 erscheint in einem Branchenbuch ein neuer Name des Hauses, es heißt jetzt Schmelzers Parkhotel, in den offiziellen Unterkunftsverzeichnissen findet man das Hotel jedoch nicht mehr.

Im Februar 1991 gab es ein Großfeuer im Hotel und richtete beträchtlichen Schaden an, danach wurde als letzter Besitzer Günter Gartz genannt. Wahrscheinlich wegen des Brandschadens wurden alle Aktivitäten eingestellt und die Gebäude verfallen langsam zu Bauruinen.

Danach erwarb die Michels-Gruppe, die schon die Herzog-Julius-Klinik in Bad Harzburg betreibt, von der Stadt das alte Badehaus und das Areal des ehemaligen Schmelzers Hotel. Der Baubeginn der neuen Spielbank und eines Kurhotels im Badepark verzögern sich einige Zeit, doch am Ende der neunziger Jahre wurde mit dem Bau beider Objekte begonnen.

Im April 2000 wird zuerst die Spielbank und im Sommer das Kurhotel Vier-Jahreszeiten eröffnet. Wobei bis Jahresende 2001 das Hotel auf 110 Zimmer erweitert werden sollte, in dem Teile des alten Hauses, speziell die Fassade an der Herzog-Julius-Straße, erhalten werden.

Weichen muss jedoch der besseren Hotelzufahrt wegen die ehemalige Villa Medici, ein Areal das schon 1759 als Haus und Hof von Christian Ebeling erwähnt wurde.

Leider wurden bis dato die weitergehenden Baupläne noch nicht verwirklicht, es gibt immer noch Differenzen unter anderem um eine bessere Anbindung des Hotels an die vorbeiführende Umgehungsstraße. Der ganze Bereich um das ehemalige Schmelzers Hotel bietet im Jahr 2004 einen unschönen Anblick. Unter anderem gehört auch noch das ehemalige Wohnhaus  mit der alten Hausnummer 33 dazu.


Der Beitrag entstand im Jahr 2004

Weitere Bilder rund um Schmelzers Hotel auf Harz-History

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert