
Gasthaus & Hotel Burgkeller
Direkt neben der am ersten Advent 1903 eingeweihten Lutherkirche steht ein Gebäude, das einmal den Gasthof und das spätere Hotel Burgkeller beherbergte. Burgkeller sicher deshalb, weil sich dieser in Burgbergnähe befand, wo einstmals die Harzburg von 1068 bis um 1650 über den Dächern der Stadt thronte.
Erbaut wurde das Gasthaus 1876 von Heinrich Gaus. Danach gibt es mit Hermann Bockmann 1885 den nächsten Besitzer. Das Hotel hieß dann „Bockmanns Hotel zum Burgkeller am Marktplatz“.

Standorte für Marktplätze, gab es in früheren Zeiten einige. Einer diese Plätze war sicherlich damals an der alten Dorfkirche, bis dann die Lutherkirche ein größeres Areal beanspruchte. Andere Standorte gab es unter anderem an der Herzog-Wilhelm-Straße/Ecke Holzhof und an der alten Berufsschule in der Herzog-Julius-Straße.
Im Jahr 1889 hieß der Nachfolger Wilhelm Ehlers, 1893 stand die Witwe Ehlers in den Verzeichnissen. Ältere Ansichten aus dieser Zeit zeigten neben dem Burgkeller eine Werbesäule, genannt Litfaß-Säule. Benannt nach seinem Erfinder, dem Berliner Verleger Ernst Litfaß. Dieses Bauwerk steht auch heute noch und ist somit älter als die Lutherkirche.
Von 1901 bis 1904 übernimmt Andreas Dalhelm den Betrieb. 1905 gibt es einen kurzzeitigen Wechsel, in den Chroniken erschien wieder der Name Ehlers. Danach gibt es mit Wilhelm Puhlmann 1906 den Nachfolger im Burgkeller. Zu dieser Zeit wurden 15 Zimmer mit 25 Betten angeboten.

Einige dieser letztgenannten Namen gibt es auch in Verbindung mit anderen Lokalen und Hotels. Der Name Gaus beispielsweise wird 1890 in Zusammenhang mit dem Deutschen Haus in Bündheim genannt. In Eggelings Hotel und auch in Bockmanns Hotel findet man den Namen Bockmann gleich mehrmals. Als Besitzer der Waldhöhe wird um 1910 der Name Puhlmann erwähnt. Die Annahme besteht, dass auch in früheren Zeiten häufige Besitzer- und Pächterwechsel im Gastronomiegewerbe üblich waren.
Im Jahr 1908 kommt der Burgkeller in den Besitz von Frau Wilhelmine Meyer. Dieser Name bleibt dann in verschiedenen Generationen mit dem Burgkeller viele Jahre verbunden. Die Zeit von Wilhelmine Meyer ging bis in die 1920 Jahre. Danach stand ein oder eine H. Meyer in den Verzeichnissen.
Diese Nachfolge traten in den 1930er Jahren die Geschwister Meyer an. Nach dem Krieg wurde der Hotelbetrieb eingestellt, weil jetzt auch viele Vertriebene in dem Gebäude wohnten. 1949 gab es dort zeitweilig eine neue Heimat für mehr als zehn Familien.
Der Burgkeller wurde danach nur noch als Restaurant geführt, das Lokal war jetzt verpachtet. Einer der ersten Pächter hieß um 1950 W. Müller. Spezialität war damals frischer Fisch aus Bremerhaven und Cuxhaven. In dieser Zeit gab es in dem Gebäude u. a. auch den kleinen Elektroladen der Fa. Bense und eine Nähmaschinen-Reparatur einer anderen Firma, deren Name nicht überliefert ist.
Von 1954 bis 1959 leitet den Burgkeller Fam. Behne. Eigentümer des Hauses waren immer noch die Geschwister Meyer. Nach 1959 wechselt Fam. Behne zum Burgberg und übernahm das gleichnamige Hotel bis 1971. Abgerissen wurde das Burgberghotel dann im Jahr 1973

Um 1960 wurde Robert Wagner für einige Jahre Eigentümer des Burgkeller-Gebäudes. Der Pächter des Lokals hieß Bernhard Brewka. Dessen Nachfolger war Ende der sechziger Jahre Bruno Baumhäckel im Burgkeller.
Danach gab es noch einige Wechsel in dem Lokal, auch die Namen änderten sich. So wurde aus dem Burgkeller der Jugendtreff Amadeus, danach hieß es einige Zeit Simpl, bevor wieder der Name Amadeus erschien. Inzwischen gibt es dieses Lokal im ehemaligen Burgkeller nicht mehr. Das Amadeus hat jetzt seinen Sitz schon mehrere Jahre einige Häuser weiter an derselben Straße.
Der Beitrag entstand in den 1990er Jahren
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