Salzschreiberhaus

Altes Salzschreiberhaus mit Bad Juliushall um 1870

Das alte Salzschreiberhaus

An der vor 170 Jahren eingeweihten Ilsenburger Straße gibt es ein Gebäude mit einer sehr langen Geschichte, obwohl es dort erst 100 Jahre steht. Das Haus hat die alte Ass-Nr. 639, danach die ehemalige Hausnummer 28. ausnummerH Es ist heute mit der Hausnummer 40 versehen. Einst jedoch gehörte das Gebäude zum Komplex der ehemaligen Harzburger Saline Juliushall. 

Diese lag in etwa zwischen der heutigen Schmiedestraße, der Herzog-Julius-Straße, der Straße  Am alten Salzwerk und der Radau. Fertiggestellt wurde es laut Amtlichem Harzburger Bauregister auf einem größeren Grundstück an der Ilsenburger Straße im Jahr 1912. Bauherr war der Bad HarzburgerarzburgewrH Rechtsanwalt Eduard P.G. Edner.

Bestand hatte die Saline von 1575 bis um 1850. Benannt nach ihrem Namensgeber, dem Herzog Julius von Braunschweig und Wolfenbüttel. Geboren im Jahr 1528 und gestorben Anno 1598. Seine Amtszeit ging von 1568 bis 1589.

Das Salzschreiberhaus muss wohl zu den ältesten Gebäuden gehört haben. Laut alter Akten ist es vor 1626 erbaut. In diesem Jahr brannte es ab. Es wurde dann wieder aufgebaut und diente bis um 1849 weiter als Salzschreiberhaus.

Im Jahr 1758 weilte Heinrich Prinz von Preußen mit Gefolge in dem Gebäude. Er war wegen der Franzosenkriege auf Durchreise in Neustadt-Schulenrode, wie Bad Harzburg damals noch hieß. Salz hatte in diesen Zeiten einen hohen Stellenwert. Es wurde nicht umsonst als weißes Gold bezeichnet.

Somit hatte auch das Amt des Salzschreibers eine hohe Bedeutung. Dieser war direkt dem Herzog unterstellt und verwaltete den Handel mit der wertvollen Ware. Sein wichtigstes Hilfsgerät war die sogenannte Salzspindel/Salzwaage, für den täglichen Gebrauch.

Zumeist wurde das Salz aber zuerst in größeren Blöcken gewonnen, ehe es dann zerkleinert in den Handel kam. Evtl. hatte der Salzschreiber auch mit dem Entrichten der Salzsteuer zu tun, die in früheren Zeiten mancherorts erhoben wurde.

Nachdem der Salinenbetrieb ab 1849 nach und nach eingestellt wurde, verkaufte die Herzogliche Kammer im Jahr 1851 die Saline und Teile des großen Grundstückes. Erworben hatte es der Zimmermeister Martin Scheibe. Dieser erbaute dann ein Solbad sowie eine Wasser- und Molkenheilanstalt auf dem Gelände.  Das ehemalige Salzschreiberhaus wurde mit einbezogen und diente u. a.  als Unterkunft für Erholungssuchende.

1853 wurde der Architekt und Kaufmann E. Pfeiffer Miteigentümer dieser Anlage auf dem ehemaligen Salinengelände. Zusätzlich kam zu den Kur-und Badeeinrichtungen ein Hoteltrakt hinzu. Nach und nach verschwanden die alten Anlagen der Harzburger Saline.

Im Jahr 1883 ging der Komplex an Gustav Pohl aus Hamburg und den Baron Freiherr Friedrich. v. Asche. Beide Kaufleute waren auch Begründer der Harzburger Brunnengesellschaft, heute als Bad Harzburger Juliushaller Mineralbrunnen bekannt.

Im Jahr 1897 erwarb die Stadt Harzburg einen Teil des Geländes. Danach wurden das Städtische Badehaus und die Wandelhalle dort errichtet. Dafür mussten noch mehr Gebäude der alten Saline den neuen Bauten weichen. So auch um 1910 das ehemalige Salzschreiberhaus. Es ist aber nicht wie andere Gebäude beim Abriss zerstört worden. Die einzelnen Bauelemente wurden danach für einige Zeit zwecks späterer Wiederverwendung eingelagert. 

In den Jahren 1911/12 erbaute dann Familie Edner aus dem vorhandenen Material ihr Wohnhaus auf einem größeren Grundstück am Stübchenbach an der Ilsenburger Straße. Schon aus der Original-Bauzeichnung konnte man ersehen, dass das neue Haus bis auf einige Kleinigkeiten  mit dem alten Gebäude identisch war.

Ebenfalls befand sich in dem neuerbauten Haus noch eine Erinnerungstafel, die an den Besuch des Prinzen von Preußen im Jahr 1758 erinnerte. Die Inschrift lautet: „In den Krieg wider die Franzosen“. Nach Familie Edner gab es in den zwanziger Jahren mit Marie von Fragstein die nächste Eigentümerin des Gebäudes. In dieser Zeit bekam das Haus eine zweiseitige Holzverschalung.  Das Fachwerkgebilde wurde dadurch abgedeckt, wie es uns ein altes, aber leider undatiertes Foto zeigt. Der Name Fragstein blieb bis in die siebziger Jahre mit dem Haus verbunden. Das Gebäude zeigte sich heute weiter mit einer sehenswerten Fachwerkfassade.


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