
Blick in den 1880er Jahren auf die Papenbergstraße. In der Bildmitte mit Doppelgiebel das damlige Haus Mon Repos, später Hotel Richthofen.
Hotel Richthofen
Ein weiteres altes Gebäude an der Papenbergstraße ist das heutige Hotel Richthofen. Erwähnt wurde es schon 1870 in Harzburger Fremdenlisten, die vom Badekommissariat erstellt wurden.
Damaliger Name des Hauses war Villa Mon Repos (Mein Zuhause). Ein späteres Verzeichnis von 1876 mit den Vermieternamen von Hotels und Pensionen führte den Namen Nicolai im Zusammenhang mit Mon Repos auf.
Der Gebäudekomplex gliederte sich in zwei Teile, versehen jeweils mit den alten Ass-Nummern 177 und 193. Angeboten wurden damals 35 Zimmer mit 58 Betten für Erholungssuchende.

Jahre später, etwa um 1895, wurde aus Teilen des Beherbergungsbetriebs ein Töchterpensionat des C. von Schmidt mit seiner Ehefrau, einer geb. von Münchhausen. Die Leiterin der Töchterschule war längere Zeit Fräulein Lia von Zobelditz. In der Hauptsache wurde Deutsch, Französisch und Englisch gelehrt.
Man empfahl sich als vorzügliches Lehr- und Haushaltspensionat für in- und ausländische Schülerinnen und auch andere Annehmlichkeiten wie eigene Warmwasserheizung sowie elektrisches Licht in allen Räumen wurde geboten.
Ältere Aufnahmen aus der Zeit zum 1910, zeigen das Gebäude dann mit der Bezeichnung Haus von Zobelditz. Inzwischen wurden auch bauliche Veränderungen in Form eines größeren Anbaues mit Balkonen zur Burgbergseite hin vorgenommen
Nach Fräulein von Zobelditz übernahm Familie W. Funke das Haus und gestaltete es wieder um in eine Hotel-Pension. Jetziger Name war Haus Manfred Freiherr v. Richthofen. Benannt nach dem Jagdflieger des ersten Weltkriegs, mit rund 80 feindlichen Abschüssen. Laut früherer Chronisten soll er einige Male in der Pension genächtigt haben. Deshalb auch die Namensgebung. Bekannt war der junge Mann als Roter Baron, weil er meist mit einem roten Doppeldecker auf Feindflug war. 1918 fiel er in Frankreich im Alter von 26 Jahren.
Um 1920 gab es nach W. Funke die Namen Hettling und Brocke in einem Harzburger Hotelverzeichnis. Mitte der zwanziger Jahre übernahm Frau Else Funke das Geschäft. Angeboten wurden jetzt noch 17 Zimmer, davon sieben mit Veranden bzw. Balkon, mit insgesamt 38 Betten. Der Preis für Vollpension lag zwischen acht und zehn Mark.
Ende 1929 übernahm der Major a. D. Hans von Haeseler (Ein Onkel des Freiherrn v. Richthofen) den Betrieb. Umbauten wurden auch vorgenommen, ausgeführt von der Bad Harzburger Baufirma Koch und Winkler. Es konnten nun noch einige Zimmer mehr mit Balkonen angeboten werden.

In den Kriegsjahren war Haus Richthofen, wie es inzwischen abgekürzt hieß, auch Lazarettstation. In der darauffolgenden englischen Besatzungszeit diente es einige Jahre als Erholungsheim für weibliche Angehörige der Royal Air Force.
Neue Besitzer gab es nach dem Krieg ebenfalls. Es waren Frau Frieda Schröder und Frau Dora Ilse Schwidopp. Diese Zeit geht bis um 1958, dann steht Frieda Schröder allein in den Unterkunftsverzeichnissen. Ältere Anzeigen aus den sechziger Jahren zeigen Haus Richthofen, Haus Elisabeth und Haus Irene gemeinsam.
Die beiden anderen Häuser lagen jeweils an der Straße Hinterm Kurhaus und man warb zusammen mit dem Oberbegriff „Insel der Ruhe“. Die drei Häuser hatten zusammen rund 80 Betten. Heute heißt die kurze Stichstraße, die von der Papenbergstraße zur Kurhausstraße führt, Am Kurpark.

Pensionsbetreiber aller drei Häuser war damals einige Zeit Familie Kleeberg. Auch räumlich waren alle drei Häuser verbunden. Andere Pächter – und Besitzernamen vom Haus Irene und Haus Elisabeth waren früher und heute u. a. Fam. Sander, Geschw. Förster, Fam. Dieckmann und Fam. Valentin. Anfang der fünfziger Jahre war Haus Elisabeth auch eine Dependance des Burgbergsanatoriums.
Ende der sechziger Jahre hießen die neuen Besitzer im Hotel Richthofen Gertrud und Guido Bruns. Diese Ära ging bis 1984, zwischenzeitlich wurden weitere bauliche Veränderungen vorgenommen und das Café Rose der Konditorei Falkenhagen integriert.
Ab 1984 stehen dann Helga und Joachim Dolata für ca. zehn Jahre als Vermieter in den Hotelprospekten. Im Jahr 1995 gab es mit Familie Ramm die Nachfolger bis in die heutige Zeit in der Papenbergstraße Nummer drei und fünf.
Der Beitrag stammt aus den 1990er Jahren
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