Löhrs Hotel

Löhrs Hotel

Löhrs Hotel

In der Stadtmitte in bester Lage stand auf dem Areal, auf dem später und zum Teil noch heute der EDEKA-Markt, Kaffee Decker und das Verkehrsbüro standen, ein weiteres großes Bad Harzburger Hotel. Es hieß Löhrs Hotel, schon 1876 wurden 120 Betten vermietet. Die Zimmerpreise lagen zwischen 1,50 und 2,50 Mark.

Übertroffen wurde diese Bettenkapazität damals nur vom Harzburger Hof mit 270, sowie vom Kurhotel Juliushall mit 180 Betten. Das gegenüber liegende Hotel Viktoria, hatte erheblich weniger Betten. Gegründet wurde das Hotel 1867 vom Schaffner Löhr, hervorgehend aus Löhrs Pensionat. Dieses wurde schon 1862 in einem Unterkunftsverzeichnis erwähnt.

Löhrs Hotel im Bereich des späteren Platz Stadtmitte im Jahr 1918.

Angeboten wurden damals 13 Stuben und 14 Kammern mit ca. 50 Betten. Nach der Zeit vom Schaffner Löhr geht der Besitz an dessen Sohn Carl Löhr über. Zugehörig zum Hotel war die Villa Löhr an der Amsbergstraße. Aus dieser wurde in späteren Jahren u. a. das Irenenhaus, bzw. Hotel am Papenberg.

Nachfolgende Besitzer des Hotels im Stadtzentrum wurden ab 1887 Fritz Vogeler und ca. 1910 übernahm Fritz Bürchl das Hotel. Umgeben war das Hotel von einer parkähnlichen Anlage, diese verlief von der Herzog-Wilhelm-Str. bis an die Mitte der heutigen Goslarschen Straße.

Anfang der zwanziger Jahre erwarb Christian Ludwig Harig das Hotel und schenkte es wenig später seiner Pflegetochter Anna, im Jahr 1921 zur Hochzeit mit Fritz Wasmus. 1933 gab es mit Walter Ankermann den wahrscheinlich letzten Hotelpächter. Auch eine Frau Anna Wasmus gab es noch im Einwohnerverzeichnis dieses Jahres.

1936 wurde das Grundstück für 60.000 RM von der Stadt Bad Harzburg erworben und das Hotel abgerissen. Danach wurde an der Stelle der Platz Stadtmitte geschaffen. Gebaut wurde damals ein kleines Gebäude mit Platz für ein Büro der Kurbetriebsgesellschaft, der Buchhandlung Göebel und später dem Reisebüro der Firma Müller.

Mitte der 1960er Jahre wurde dieses Gebäude durch den heutigen größeren Komplex ersetzt. Direkt angrenzend an das ehemalige Verkehrsbüro befand sich lange Zeit ein Modegeschäft und bis in die heutige Zeit Café Decker. In dem Modegeschäft befinden sich jetzt Räumlichkeiten der Nord-LB.  Das Verkehrsbüro findet sich heute in der Schmiedestraße wieder, an dessen Position am Platz Stadtmitte gibt es jetzt Bäckerei Wolf am Jungbrunnen.

Den Vorplatz ziert seit einiger Zeit der Jungbrunnen, initiiert von Dirk Junicke und durch Spenden finanziert. Daneben gibt es noch in der Sommersaison einen großen Pfau als Blumenschmuck. Ungefähr dort, wo der erste Brunnen 1936/37 seinen Platz hatte.


Der Beitrag entstand in den 1990er Jahren

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