{"id":49,"date":"2025-12-19T11:21:15","date_gmt":"2025-12-19T11:21:15","guid":{"rendered":"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/?p=49"},"modified":"2025-12-20T06:20:21","modified_gmt":"2025-12-20T06:20:21","slug":"brotfabrik-dehne-buendheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/?p=49","title":{"rendered":"Delbro Brotfabrik Dehne B\u00fcndheim"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"532\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-2-ca.-1960-1024x532.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-50\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-2-ca.-1960-1024x532.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-2-ca.-1960-300x156.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-2-ca.-1960-768x399.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-2-ca.-1960-1536x797.jpg 1536w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-2-ca.-1960-2048x1063.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Blick in die Brotfabrik Rudolf Dehne in B\u00fcndheim um das Jahr 1960.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Brotfabrik Dehne in B\u00fcndheim<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Rudolf Dehne, ein Pionier der Verpackungstechnik in der Nachkriegszeit<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"190\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_06_1954_Chef-300x190.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-51\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_06_1954_Chef-300x190.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_06_1954_Chef-1024x649.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_06_1954_Chef-768x486.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_06_1954_Chef-1536x973.jpg 1536w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_06_1954_Chef.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rudolf Dehne 1954<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Anf\u00e4nge der Brotfabrikation in der Firma von Rudolf Dehne liegen in der elterlichen B\u00e4ckerei an der damaligen Prinz- Albrecht-Stra\u00dfe 31 in B\u00fcndheim. Diesen Betrieb gab es dort schon lange Jahre. B\u00e4ckermeister Rudolf Dehne, geboren im Jahr 1916, \u00fcbernahm das Gesch\u00e4ft als junger Mann um 1940 von seinem Vater Hermann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dehnes Spezialit\u00e4t wurde die Herstellung von Harzer Pumpernickel. Wie allgemein bekannt, kam Pumpernickel als lange haltbares Vollkornbrot aus Roggenschrot urspr\u00fcnglich aus der westf\u00e4lischen K\u00fcche stammt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hauptabnehmer f\u00fcr das kr\u00e4ftige Brot aus Dehnes Backstube waren die verschiedenen Lazarettabteilungen in Hotels und Pensionen, die es von 1942 bis 1945 in Bad Harzburg gab. Erst nach Ende des Krieges normalisierte sich das Gesch\u00e4ft wieder, kehrte langsam und ganz allm\u00e4hlich wieder der B\u00e4cher-Alltag ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Lebensmittel gab es einige Jahre nur auf Marken, darunter auch f\u00fcr Brot und Backwaren. In jener Zeit kam Rudolf Dehne die Idee, zwecks Belebung seines Gesch\u00e4ftes, f\u00fcr den Harzer Pumpernickel und anderes Brot ein Verfahren zu finden, um die Backwaren versenden und exportieren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Angeregt haben d\u00fcrften den B\u00fcndheimer die Lebensmittelpakete der amerikanischen und englischen Besatzer, in denen auch Lebensmittel mit l\u00e4ngerer Haltbarkeit enthalten waren. F\u00fcr Rudolf Dehne begann eine lange Zeit des Experimentierens und der T\u00fcftelei.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwierigkeit lag aber nicht in der Brotherstellung selbst. Wenn man das Endprodukt in absehbarer Zeit verzehrte, war alles in Ordnung. Doch nach l\u00e4ngerer Lagerung wurde das Brot anf\u00e4llig. Der \u00e4rgste Feind war auf Grund der hohen Feuchtigkeit der immer wiederkehrende Schimmelpilz.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"186\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-1-ca.-1960-300x186.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-52\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-1-ca.-1960-300x186.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-1-ca.-1960-1024x636.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-1-ca.-1960-768x477.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-1-ca.-1960-1536x954.jpg 1536w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-1-ca.-1960.jpg 1720w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Qualit\u00e4tskontrolle: Rudolf Dehne um 1960.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>So passierte es viele Male, dass versandte Ware vom Kunden wieder zur\u00fcckkam. F\u00fcr das Gesch\u00e4ft waren solche Vorf\u00e4lle nat\u00fcrlich nicht von Vorteil, sch\u00e4digten eher den Ruf. Was heikel war, denn in B\u00fcndheim gab es noch f\u00fcnf weitere B\u00e4ckereien und somit reichlich Konkurrenz. Aber Rudolf Dehne lie\u00df sich nicht entmutigen und versuchte es zun\u00e4chst mit der Chemie, dem Schimmelpilz zu Leibe zu r\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei kam dem B\u00e4cker zugute, dass die Firma Dehne mit dem t\u00e4glichen Ladengesch\u00e4ft und mit einigen kleinen Filialen noch weitere Einnahmequellen hatte. Zus\u00e4tzlich gab es neben der B\u00e4ckerei als Mieter noch den Schuhmacher Hermann Lutz, der ein kleines Gesch\u00e4ft betrieb und Miete zahlte.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang der f\u00fcnfziger Jahre waren einige Schimmelpilz \u2013 Bek\u00e4mpfungsmittel auf dem Markt, die nicht den Geschmack beeinflussten. Mit diesen Mitteln startete Rudolf Dehne seiner ersten Experimente. Doch wie sich mit der Zeit herausstellte, halfen diese Zus\u00e4tze nur bedingt und waren f\u00fcr l\u00e4ngere Lagerdauer nicht zu gebrauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dehne startete neue Versuche mit Metallfolien, die das Brot fest umschlossen. Nun war die Ware zwar steril verpackt, aber immer noch kam zu viel Luft an das Brot heran. Und somit kehrte auch der Schimmelpilz zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1953 machte Rudolf Dehne Bekanntschaft mit einer neuartigen Kunststoffart: Polyethylen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er \u00fcber Jahre hinweg schon viel Geld und Zeit investiert. Doch der B\u00e4ckermeister hatte standhaften Unternehmergeist und war immer noch jung genug, um sein Projekt erfolgreich durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Er lie\u00df sich spezielle H\u00fcllen aus Polyethylen anfertigen und hatte nun die passende Verpackung f\u00fcr seine Ware. Ein Problem aber blieb: Wie bekam man die H\u00fclle luftdicht und das Brot steril?<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"191\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_05_1954-300x191.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_05_1954-300x191.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_05_1954-1024x651.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_05_1954-768x489.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_05_1954-1536x977.jpg 1536w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dehne_05_1954-2048x1303.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Bei ersten Versuchen wurde das Brot in die H\u00fclle gesteckt, luftdicht verschlossen und alles auf rund 90 Grad erhitzt. Diese hohe Temperatur brauchte man, um den Schimmelpilz abzut\u00f6ten. Denn nur bei Temperaturen \u00fcber 81 Grad wurde der Schimmelpilz ungef\u00e4hrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Methode war jedoch riskant, weil bei ann\u00e4hernd 100 Grad auch die Kunststoffh\u00fcllen ihren Schmelzpunkt hatten. Also wurde nun ein genau arbeitendes Thermostat konstruiert, doch auch hier gab es neue Schwierigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Beuteln war nicht nur das Brot, sondern auch immer noch etwas Luft. Beim Hochfahren der Sterilisationshitze dehnte sich die Luft aus und die meisten Beutel zerplatzten. Aber B\u00e4ckermeister Dehne lie\u00df sich nicht entmutigen, t\u00fcftelte unerm\u00fcdlich weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einiger Zeit und neuen Versuchen wusste er, wie man die st\u00f6rende Luft aus der Verpackung herausbekam. Er besorgte einen Vakuum-Kessel, einen d\u00fcnnen Schlauch sowie eine kleine Injektionsnadel. Durch deren winzigen Einstich entwich die Luft aus der Verpackung und das kleine Loch lie\u00df sich schnell wieder verschwei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun war das Hauptproblem gel\u00f6st, es musste nur noch verbessert werden, man konnte ja nicht jeden Beutel einzeln mit der Injektionsnadel behandeln. Nach den Ideen und Angaben von Rudolf Dehne, konstruierte der Bad Gandersheimer Ingenieur Aug. Schwarzkopf einen Apparat, der Vakuum erzeugte. Zus\u00e4tzlich war das Ger\u00e4t in der Lage, durch elektrisch erzeugte Hitze bis um 120\u00b0 Grad die nun luftleeren Verpackungsh\u00fcllen zu verschwei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen schrieb man das Jahr 1954. Investitionen in Ger\u00e4te und Maschinen beliefen sich bis dahin auf rund 70.000 DM. Die neuen Apparaturen schafften einige hundert Beutel in der Stunde. Der \u00dcbergang vom kleinen Familienbetrieb hin zur Brotfabrik war fast geschafft.<\/p>\n\n\n\n<p>Hie\u00df es in \u00e4lteren Anzeigen noch Brot- und Pumpernickel Export Rudolf Dehne, so nannte man sich zuk\u00fcnftig Delbro-Brotfabrik Rudolf Dehne. Besch\u00e4ftigt wurden auch mehrere Vertreter. Die Brotmassen, die jetzt hergestellt werden konnten, mussten ja den Weg zum Verbraucher finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Abnehmer waren unter anderem Gro\u00dfversandh\u00e4user wie Neckermann und Quelle sowie einige Einzelhandelsgesch\u00e4fte in der n\u00e4heren Umgebung. Da mehr Platz ben\u00f6tigt wurde, baute Firma Dehne hinter der alten B\u00e4ckerei eine erste kleine Halle.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte der f\u00fcnfziger Jahre begann der Aufbau der Bundeswehr. Firma Dehne schaffte es in jener Zeit, diese Institution als Gro\u00dfkunden zu gewinnen. Geliefert wurde zuerst das vakuumverpackte und verschwei\u00dfte Brot. Sp\u00e4ter dann rundes Brot, verpackt in 400-Gramm-Dosen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Dosenbrot wurde ebenfalls in einem \u00e4hnlichen Verfahren f\u00fcr l\u00e4ngere Lagerung haltbar gemacht. F\u00fcr das keks\u00e4hnlich verschwei\u00dfte Brot gab es in der Anfangsphase eine Haltbarkeitsgarantie von zwei Jahren. Durch verfeinerte Herstellungsmethoden in der Nachfolgezeit konnte diese jedoch wesentlich erh\u00f6ht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als das Gesch\u00e4ft mit der Bundeswehr voll anlief, bauten die beiden Betriebsschlosser Alfred Kretschmar und Werner Hundertmark neue Verpackungsger\u00e4te, die noch mehr Herstellungskapazit\u00e4t erreichten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"689\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-3-ca.-1960-1024x689.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-54\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-3-ca.-1960-1024x689.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-3-ca.-1960-300x202.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-3-ca.-1960-768x517.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-3-ca.-1960-1536x1033.jpg 1536w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-3-ca.-1960.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zu Beginn der 1960er Jahre drohten die Delbro-Fertigungsst\u00e4tten aus allen N\u00e4hlten zu platzen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Betrieb platzte jetzt aus allen N\u00e4hten, es wurde an die vorhandene Fabrikationshalle ein langes weiteres Geb\u00e4ude errichtet. Zus\u00e4tzlich erbaute die Firma Dehne noch weitere Fabrikationsst\u00e4tten. So beispielsweise in Langelsheim im Ortsteil Bredelem auf dem alten Gel\u00e4nde der Palandsm\u00fchle. Hier wurden in den sechziger Jahren mit noch moderneren Maschinen rund 30.000 Dosen Brot am Tag produziert. Zus\u00e4tzlich gab es in Hameln eine Produktionsst\u00e4tte in alten Anlagen eines ehemaligen Mitbewerbers.<\/p>\n\n\n\n<p>Getreidelieferant war zum gr\u00f6\u00dften Teil die Gifhorner M\u00fchle. Es konnte in drei Schichten gearbeitet werden, wobei in Hauptlieferzeiten auch Nacht- und Wochenendschichten an der Tagesordnung waren. In den ersten Jahren der Brotfabrikation waren es neben fest angestellten B\u00e4ckern viele Hausfrauen aus der n\u00e4heren Umgebung, die mit einem kleinen Zubrot die Haushaltskasse aufbesserten.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals waren die L\u00f6hne nicht so \u00fcppig und so gab es f\u00fcr Sonderschichten auch schon mal ein Schwein zur Belohnung. Gehalten wurden etliche Tiere hinter der Backhalle und die reichliche Nahrung bestand aus den anfallenden Brot- und Backabf\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zunehmend setzte Firma Dehne in den sechziger Jahren Gastarbeiter ein, die vermehrt nach Deutschland kamen. Die meisten stammten aus Griechenland und der T\u00fcrkei. Untergebracht waren sie in zwei Geb\u00e4uden an der B\u00e4cker- und der Dr.-Heinrich-Jasper-Stra\u00dfe. In einem der Geb\u00e4ude befand sich in fr\u00fcheren Jahren eine Filiale der B\u00e4ckerei Dehne. Diese und andere kleine Ladengesch\u00e4fte gab es jetzt nicht mehr, es wurde nur noch Fabrikware hergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte der sechziger Jahre erwarb Rudolf Dehne das Hotel Lindenhof am Bahnhof von Familie Overbeck und brachte dort ebenfalls Gastarbeiter unter. Besch\u00e4ftigt waren in allen Betrieben, je nach Auftragslage und Lieferumfang, bis zu 200 Personen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da es im Lauf der Jahre viele Interessenten und Nachahmer von Rudolf Dehnes Vakuumverpackung gab, hatte er sich dieses Verfahren inzwischen patentieren lassen. So besa\u00df er Patente in den USA, Italien, Niederlande, Frankreich, Schweden, \u00d6sterreich und der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Schweiz \u00fcbernahm unter anderem das Bundesheer Rudolf Dehnes Patent zur Brotherstellung. Bezeichnenderweise gab es f\u00fcr die Bundesrepublik kein Patent. Daf\u00fcr war Rudolf Dehnes Verfahren zur Brotherstellung im Gebrauchsmusterschutzverzeichnis f\u00fcr Westdeutschland unter der Nr.: 1653349 eingetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende der sechziger Jahre gab es dann erste Querelen mit der Bundeswehr. Mal ging es um angebliche Qualit\u00e4tsm\u00e4ngel der gelieferten Ware. Dann um Zahlungsverzug der versandten Produkte. Angesichts des hohen Auftragsvolumens und den daraus resultierenden Kosten, gab es nachfolgend betr\u00e4chtliche Schwierigkeiten, die Firma \u00fcber Wasser zu halten. So kam es, dass am 20. Juli 1972 die Firma von Rudi Dehne schlie\u00dflich g\u00e4nzlich ihre Pforten schloss.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"706\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-5-Eberg.-2002-1024x706.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-55\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-5-Eberg.-2002-1024x706.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-5-Eberg.-2002-300x207.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-5-Eberg.-2002-768x530.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-5-Eberg.-2002-1536x1060.jpg 1536w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Dehne-5-Eberg.-2002.jpg 1690w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Einige der letzten Erinnerungen an die Delbro-Brotfabrik in B\u00fcndheim sind seit 2002 im Deutschen Brotmuseum in Eberg\u00f6tzen zu sehen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Danach gab es noch einige Jahre rechtliche Unstimmigkeiten mit der Bundeswehr. Familie Dehne zog von B\u00fcndheim nach Vienenburg und \u00fcbersiedelte dann nach Lindau am Bodensee. Hier verstarb Rudi Dehne im Jahr 1991. Ohne Frage ein Nachkriegspionier der Verpackungstechnik, wenn es darum ging, Lebensmittel l\u00e4nger haltbar zu machen und zu lagern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hallen in B\u00fcndheim standen nun einige Jahre leer. Bis von 1983 bis 2004 das alteingesessene B\u00fcndheimer M\u00f6belhaus Krebs die Geb\u00e4ude \u00fcbernahm. Danach folgte ein Billig-Discounter und ein Fachmarkt f\u00fcr Tiernahrung samt Zubeh\u00f6r. An der einstigen Fertigungsst\u00e4tte in Bredelem gab es lange Zeit die Firma Kalesse, ein Unternehmen, das sich mit dem Handel von Tiefk\u00fchlkost befasste.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige der letzten Erinnerungen an die Delbro-Brotfabrik in B\u00fcndheim sind seit 2002 im Deutschen Brotmuseum in Eberg\u00f6tzen zu sehen. Es handelt sich dabei um einige Pakete Pumpernickel und einen Original-Karton Dosenbrot. Gefunden hatte sie ein Privatmann in Osterholz-Scharmbeck \u2013 das Brot war sogar nach rund 50 Jahren \u00fcberwiegend noch genie\u00dfbar\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Der Beitrag stammt aus dem Jahr 2004<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Mehr Fotos zu dem Thema sind unter <strong><a href=\"https:\/\/harz-history.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Harz-History<\/a><\/strong> zu finden<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Brotfabrik Dehne in B\u00fcndheim Rudolf Dehne, ein Pionier der Verpackungstechnik in der Nachkriegszeit Die Anf\u00e4nge der Brotfabrikation in der Firma von Rudolf Dehne liegen in der elterlichen B\u00e4ckerei an der damaligen Prinz- Albrecht-Stra\u00dfe 31 in B\u00fcndheim. 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