{"id":280,"date":"2025-12-22T07:31:23","date_gmt":"2025-12-22T07:31:23","guid":{"rendered":"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/?p=280"},"modified":"2025-12-22T07:31:24","modified_gmt":"2025-12-22T07:31:24","slug":"die-grasbahnrennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/?p=280","title":{"rendered":"Die Grasbahnrennen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"367\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrenn_9_m_Sportw_um_1951-1024x367.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-277\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrenn_9_m_Sportw_um_1951-1024x367.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrenn_9_m_Sportw_um_1951-300x108.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrenn_9_m_Sportw_um_1951-768x275.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrenn_9_m_Sportw_um_1951.jpg 1531w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vor dem Start eines der letzten Grasbahn-Rennens in Bad Harzburg im Jahr 1951.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Geschichte der legend\u00e4ren Grasbahnrennen<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p><strong>I<\/strong>n den Jahren 1949 bis 1951 fanden auf der Galopprennbahn Am wei\u00dfen Stein Motor-Grasbahnrennen statt. Die erste gro\u00dfe Veranstaltung dieser Art war am 18. September 1949. Einige Wochen nach den Harzburger Renntagen, die immer im Juli ausgetragen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>1949 war das zweite Jahr nach 1948, in dem der Harzburger Rennverein wieder Pferderennen nach den zur\u00fcckliegenden Kriegsjahren bot. Veranstalter der Motor-Grasbahnrennen war der 1924 gegr\u00fcndete Harzburger Automobil-Club (HAC) und der ADAC Niedersachsen. Ein Hauptinitiator dieses Rennsports war Adolf Bitzhenner, Hotelier, Motorradfan und Vorsitzender des HAC.<\/p>\n\n\n\n<p>Motorrad- und Autorennen zogen damals die Massen an. Es gab schon Rennstrecken im Braunschweiger Prinzenpark und den Eilenriedekurs in Hannover. Nicht zu vergessen auch die AVUS in Berlin und den N\u00fcrburgring, um nur einige zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"651\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_6_m_A_Bitzhenner_um_1950_82c821cd81-1024x651.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-275\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_6_m_A_Bitzhenner_um_1950_82c821cd81-1024x651.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_6_m_A_Bitzhenner_um_1950_82c821cd81-300x191.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_6_m_A_Bitzhenner_um_1950_82c821cd81-768x489.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_6_m_A_Bitzhenner_um_1950_82c821cd81.jpg 1520w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">HAC-Vorsitzender und Rennleiter Adolf Blitzhenner (wei\u00dfe Kappe) nach einer Siegerehrung 1950 auf der Rennbahn.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Also beschloss man, auch in Bad Harzburg solche Rennveranstaltungen anzubieten. Es war sicherlich ein gro\u00dfes Wagnis, keiner konnte das finanzielle Risiko einsch\u00e4tzen. Aber Deutschland war im Aufbruch. Es gab mit Theodor Heuss den ersten Bundespr\u00e4sidenten, die erste Bundesregierung mit Konrad Adenauer und seit der W\u00e4hrungsreform 1948 die neu eingef\u00fchrte Deutsche Mark.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sich der Harzburger Rennverein und der HAC \u00fcber die Austragungsmodalit\u00e4ten geeinigt hatten, konnte das erste Motor-Grasbahnrennen ausgetragen werden. Letztendlich genehmigt wurden die Rennen von der britischen Besatzungsmacht. Bad Harzburg geh\u00f6rte von 1945 bis 1954\/55 zur Britischen Zone im geteilten Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vorfeld der Veranstaltung konnten fast 90 Nennungen entgegengenommen werden, wobei schlie\u00dflich 65 Starter in sieben Rennl\u00e4ufen \u00fcbrigblieben. Mit solch gro\u00dfer Resonanz hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Das eindeutige Schwergewicht lag bei den zweir\u00e4drigen Teilnehmern. Gefolgt von Seitenwagengespannen und den Sportwagen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Jahren des bescheidenen Aufschwungs war der Autoverkehr l\u00e4ngst noch nicht so weit fortgeschritten wie heute. Auf den Stra\u00dfen sah man zumeist Fahrr\u00e4der, Motorr\u00e4der und Motorroller. Um 1950 gab es noch sehr viele Motorradhersteller in Westdeutschland. Mit Markennamen von Adler bis Z\u00fcndapp. Die gr\u00f6\u00dften und bekanntesten Hersteller waren BMW, DKW (im Volksmund Dekawuppdich ), Horex und NSU.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Markennamen fanden sich zum Teil auch in dem Rennen I des ersten Renntages am 18. September 1949 wieder.&nbsp; Es starteten in der Klasse 3-4, Motorr\u00e4der bis 125 ccm.&nbsp; Gefahren wurden zehn Runden mit insgesamt 15 Kilometern. Sieger war Ferdinand Bock aus Hannover auf seiner DKW.<\/p>\n\n\n\n<p>An diesem ersten Renntag waren rund 15.000 Zuschauer an der Strecke und die Begeisterung war gro\u00df. Im Rennen II der Klasse A, waren Motorr\u00e4der bis 250 ccm am Start. Der Sieger nach 15 Runden kam ebenfalls aus Hannover und fuhr NSU.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"729\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrennen_1_18_09_1949_2cc9e37b0e-729x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-278\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrennen_1_18_09_1949_2cc9e37b0e-729x1024.jpg 729w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrennen_1_18_09_1949_2cc9e37b0e-214x300.jpg 214w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrennen_1_18_09_1949_2cc9e37b0e-768x1079.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrennen_1_18_09_1949_2cc9e37b0e-1093x1536.jpg 1093w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrennen_1_18_09_1949_2cc9e37b0e-1458x2048.jpg 1458w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasbahnrennen_1_18_09_1949_2cc9e37b0e.jpg 1748w\" sizes=\"auto, (max-width: 729px) 100vw, 729px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Plakat und Programmheft der ersten Rennen im Jahr 1949.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Starterzahl hatte das Rennen IV der Klasse B bis 350 ccm mit 23 Teilnehmern. Hier fuhren unter anderem Maschinen der Marken Ariel, Blackborne, Horex , Norton, Triumph und Victoria. Einige Teilnehmer hatten, wie in den anderen Rennen auch, eigene Konstruktionen angemeldet. Der Sieger in diesem gro\u00dfen Fahrerfeld wurde Willi Walter aus Braunlage. Bekannt ist nicht mehr, ob alle 23 Teilnehmer heil das Ziel erreichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem gegen\u00fcber hatte das Rennen V nur f\u00fcnf Starter. Es waren die schweren Motorr\u00e4der mit Seitenwagen bis 1200 ccm. Alle f\u00fcnf Maschinen kamen von der Firma BMW. Die Favoriten Breuer und Beifahrer M\u00fcnnich, beide aus Braunschweig, hatten die Startnummer 30. Beide waren schon bekannt auf den damaligen Rennstrecken und wurden als \u201eRote Teufel von Braunschweig\u201c bezeichnet. In Bad Harzburg klappte es aber nicht mit dem Siegen, wegen eines Kupplungsschadens war das Rennen fr\u00fchzeitig vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rennen VI des Tages starteten Motorr\u00e4der bis 500 ccm. Es waren unter anderem Maschinen der Marken BMW,&nbsp; NSU,&nbsp; Matschless, und Rudge. Absoluter H\u00f6hepunkt war das letzte Rennen mit Sportwagen bis 1100 ccm. Mit Alfred Stadermann und Richard Trenkel gab es gleich zwei Bad Harzburger Lokalmatadoren am Start. Alfred Stadermann mit Startnummer 43 fuhr einen Eigenbau der Marke Fiat. Richard Trenkel bevorzugte mit Nr. 48 ebenfalls ein Eigenbaumodell der jungen Marke VW. Auch die anderen f\u00fcnf Teilnehmer fuhren allesamt selbst konstruierte Modelle. Sieger in diesem Rennen wurde ein Starter aus Peine mit einem Alpers-Eigenbau. Zweiter war Richard Trenkel, was das Publikum nat\u00fcrlich begeisterte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Schluss dieses ersten \u201eGrasbahnrenntages\u201c gab es f\u00fcr die Sieger wertvolle Ehrenpreise und Pokale. Gestiftet von der Stadt Bad Harzburg, der Kurverwaltung, vielen Gesch\u00e4ftsleuten und Privatleuten. Auch den Veranstaltern zollte man gro\u00dfes Lob f\u00fcr die gl\u00e4nzende Organisation. Trotz der welligen Bahn gab es keine gr\u00f6\u00dferen Unf\u00e4lle und Personensch\u00e4den. Ausrichter, Fahrer und Zuschauer konnten sich somit auf die Rennen im folgenden Jahr freuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Rennen fanden am 24. September 1950 statt. Es gab wieder viele Nennungen, und auch einige Tausend Zuschauer s\u00e4umten die Rennstrecke. Die Rennverl\u00e4ufe waren \u00e4hnlich gestaffelt\u00a0wie im Vorjahr. Lediglich die Motorr\u00e4der mit Beiwagen starteten in zwei Kategorien. Einmal bis 1200 ccm und neu bis 600 ccm.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider spielte diesmal das Wetter nicht ganz mit. Es hatte einige Tage vor den Rennen heftig geregnet, und die Temperaturen waren wegen eines atlantischen Sturmtiefs im Keller. Die Bahn war dadurch glatt und aufgeweicht. So musste das Fahrertraining vom Wochenende auf den Sonntagmorgen verlegt werden. Die Rennleitung schaffte es aber, alle Rennen zu starten. Auch lie\u00df der Regen stetig nach und es wurde trockener.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem gab es in den ersten Rennen mehrere Karambolagen, die aber glimpflich abgingen. Den Zuschauern stockte immer wieder der Atem, wenn Motorr\u00e4der oder die Sportwagen gef\u00e4hrlich ins Schlingern kamen. Und so passierte es, dass nach dem Start der schweren Beiwagenklasse ein Gespann in die Zuschauer raste und in der G\u00f6ttinger\u00f6der Kurve zwei Jugendliche verletzte. Beide wurden sofort ins Fritz-K\u00f6nig-Stift eingeliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei diesen schweren Beiwagen waren wieder die \u201eRoten Teufel aus Braunschweig\u201c dabei. Kurzfristig musste der erst 18-j\u00e4hrige Karl Bonte f\u00fcr den erkrankten Alfons Breuer einspringen. Mit seinem erfahrenen Beifahrer Werner M\u00fcnnich fuhr er nach einem spannenden Rennen als Erster \u00fcber die Ziellinie.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss der Veranstaltung starteten die meist silberhellen Sportwagen. Die rund 6000 Zuschauer sahen ein packendes Rennen, wozu auch die schwierigen Bahnverh\u00e4ltnisse mit beitrugen. F\u00fcr Stadermann und Trenkel gab es diesmal nichts zu gewinnen. Von sieben Startern kamen nur vier ins Ziel, der Sieger hie\u00df Hubert Bolm aus Wolfenb\u00fcttel.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Verlauf des Rennens gab es einen kleinen Unfall mit glimpflichem Ausgang. Gegen\u00fcber der Trib\u00fcne 2 streifte ein Wagen die innere Barriere und wurde dabei erheblich besch\u00e4digt. Gl\u00fccklicherweise kam der Fahrer mit dem Schrecken davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der zweite Renntag auf der Pferderennbahn in B\u00fcndheim hatte sicherlich dazu beigetragen, den Motorsport in der hiesigen Region popul\u00e4r zu machen. So wurde das dritte gro\u00dfe Motorsportereignis am 29. Juli 1951 ausgetragen. Es fand im Rahmen der B\u00fcndheimer Festwoche zum 700-j\u00e4hrigen Orts-Jubil\u00e4um statt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"498\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_8_1951-beifahrer-1024x498.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-276\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_8_1951-beifahrer-1024x498.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_8_1951-beifahrer-300x146.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_8_1951-beifahrer-768x374.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grasb_Renn_8_1951-beifahrer.jpg 1529w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Start des Beiwagen-Rennens 1951.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nennungen gab es weit \u00fcber hundert. Darunter viele Beteiligte der zur\u00fcckliegenden Rennen. Wie schon im Reglement der Vorjahre durften nur Starter aus der Britisch besetzten Zone teilnehmen. Das Interesse der Zuschauer war wieder gro\u00df und schon bei den Trainingsl\u00e4ufen am Sonnabend gab es viele Zaung\u00e4ste. Anfang der 1950er Jahre herrschte allgemeines Rennfieber in Deutschland. So kamen bei gro\u00dfen Motorradrennen auf der Stuttgarter Solitude \u00fcber 300.000 Zuschauer und wollten ihre Idole wie Schorsch Meier und Walter Zeller sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Sportwagen war es genauso in Hockenheim und auf anderen Rennstrecken. Hier gab es Duelle von Altmeister Hans Stuck mit Herrmann Lang, Karl Kling und J. M. Fangio aus Argentinien. Damals noch f\u00fcr Alfa Romeo auf den Pisten, sp\u00e4ter f\u00fcr Mercedes in den ber\u00fchmten Silberpfeilen unterwegs.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Renntag am Sonntag s\u00e4umten dann \u00fcber 15.000 Zuschauer die Strecke auf der Galopprennbahn in B\u00fcndheim, um wieder sieben spannende und rasante Rennduelle zu erleben. In den Trainingsl\u00e4ufen konnte man schon ahnen, dass die Rundenrekorde der Vorjahre fallen w\u00fcrden. Der Sieger des ersten Laufes in der 125 ccm Klasse, Heinz Bo\u00df auf einer Ilo war schon gut 12 km\/h schneller als der Vorjahressieger. Den schnellsten Rundendurchschnitt schaffte Karl Hoppe auf seiner 500er Englischen Triumph mit 82,4 km\/h.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch bei den n\u00e4chsten Rennen, erzielten die Fahrer immer neue Bahnrekorde.&nbsp; Die Rennen verliefen trotzdem fast unfallfrei. Lediglich im 250ccm-Lauf gab es nach einem Gerangel um die Spitzenposition einen \u00dcberschlag, zum Gl\u00fcck ohne Personensch\u00e4den. Das lag auch daran, dass die Sicherheitsvorkehrungen f\u00fcr die Teilnehmer und das Publikum stark verbessert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dramatisch verlief es trotzdem&nbsp; beim vorletzten Rennen der schweren Beiwagenklasse bis 1200 ccm.&nbsp; Neun Starter nahmen am Lauf teil, auch der Vorjahressieger Karl Bonte. In einer der letzten Runden passierte es dann: Die Nr. 39 mit Kurt Knop und Beifahrer st\u00fcrzten vor den Trib\u00fcnen, nachdem die Strohballen am Rand der Piste gestreift wurden. Das Gespann \u00fcberschlug sich vor den entsetzten Zuschauern. Zun\u00e4chst sah noch alles glimpflich aus. Doch anschlie\u00dfend musste der Beifahrer ins Krankenhaus transportiert werden und es stellte sich sp\u00e4ter heraus, dass er lebensgef\u00e4hrliche Verletzungen erlitten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Davon merkten die Zuschauer wenig. Sie fieberten schon dem letzten Rennen entgegen. Hier starteten wieder die Sportwagen, deren Motorenkl\u00e4nge vom Warmlaufen \u00fcber die Rennbahn dr\u00f6hnten. Dabei waren auch Alfred Stadermann und Richard Trenkel. Nach einem furiosen Start ging Trenkel mit Nr. 50 schnell in F\u00fchrung und gab diese bis zum Zieleinlauf nicht wieder ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Richard Trenkel startete auch in der Deutschen Meisterschaft f\u00fcr Sportwagen und f\u00fchrte mit sechs Punkten. Autos waren seine Leidenschaft, wie er in einem Interview selbst sagte.&nbsp; Er verstarb bei einem&nbsp; tragischen Autounfall im Juli 1964.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"663\" src=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/richard-trenkel-1949-1024x663.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-279\" srcset=\"https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/richard-trenkel-1949-1024x663.jpg 1024w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/richard-trenkel-1949-300x194.jpg 300w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/richard-trenkel-1949-768x497.jpg 768w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/richard-trenkel-1949-1536x994.jpg 1536w, https:\/\/archiv-harry-plaster.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/richard-trenkel-1949-2048x1325.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Lokalmatador und einer der gro\u00dfen Rennfahrer seiner Zeit: Der B\u00fcndheimer Richard Trenkel bei den ersten Rennen 1949.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zweiter wurde der \u201eL\u00f6we von Flethma\u201c Karl Busse, der als Beinamputierter am Rennen teilnahm. A. Stadermann hatte jedoch gro\u00dfes Pech. Nach einer Ber\u00fchrung mit einem anderen Fahrzeug verlor er die Motorhaube, was f\u00fcr ihn das Aus bedeutete. So ging das gr\u00f6\u00dfte rennsportliche Ereignis im Harzgebiet mit gro\u00dfem Erfolg zu Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erinnerung des Autors besteht noch an riesige Menschenmassen, auch au\u00dferhalb des eigentlichen Gel\u00e4ndes. An blauen Benzindunst, viele Maschinen waren Zweitakter mit Benzin-\u00d6lgemisch. An den gro\u00dfen Contiballon \u00fcber dem Gel\u00e4nde schwebend. Mit etwas Gl\u00fcck gab es auf dem Heimweg noch eine Wiener Wurst beim Rennbahnwirt W. Hoffmann im Lokal Stadt Harzburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die breite \u00d6ffentlichkeit dachte, dass auch 1952 wieder Rennen stattfinden. Doch es war wohl das letzte Mal, dass Motorenkl\u00e4nge bei einer Motorsportveranstaltung \u00fcber die Galopprennbahn hallten. Gr\u00fcnde gab es einige: So d\u00fcrften Sicherheitsbedenken wegen des schweren Unfalls vom Vorjahr im Vordergrund gestanden haben. Als n\u00e4chstes k\u00f6nnte auch der Zustand der Bahn nach den Rennen ausschlaggebend gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurde vom HAC versucht, den sogenannten Harzring als neue Strecke mit rund drei Kilometern L\u00e4nge zu pr\u00e4sentieren. Der Verlauf sollte vom Rennbahngel\u00e4nde in Richtung Silberborn f\u00fchren, dann etwa zum Caf\u00e9 Goldberg. Von dort zum Langenberg und zur\u00fcck zur Rennbahn. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht genehmigt, weil damals sicherlich Naturschutzinteressen schon ber\u00fccksichtigt werden mussten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Quellennachweis: Privatsammler, HAC Bad Harzburg, HZ, Goslarer Stadtarchiv, Hannoversche Allgemeine, Heimatarchiv Plaster.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Der Beitrag stammt aus den 2010er Jahren<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Viele weitere Fotos von den Grasbahnrennen unter <strong><a href=\"https:\/\/harz-history.de\/\">Harz-History<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der legend\u00e4ren Grasbahnrennen In den Jahren 1949 bis 1951 fanden auf der Galopprennbahn Am wei\u00dfen Stein Motor-Grasbahnrennen statt. Die erste gro\u00dfe Veranstaltung dieser Art war am 18. September 1949. 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